Acht Tage, vier Bremssignale — und alle kamen von innen. Ein Mitgründer von Agility Robotics sagte einer Regionalzeitung in Oregon, er wolle „diese Blase ein bisschen zum Platzen bringen”. Chinas Planungsbehörde warnte Regionen und Unternehmen davor, „blind dem Trend zu folgen”. Reuters rechnete vor, dass die Tagesmiete für einen Vorführroboter in China von 1.500 auf 440 Dollar gefallen ist. Und die Unitree-Aktie, vor zwei Wochen noch das Symbol des Rausches, kam am Montag bis auf ein halbes Prozent an die Halbierung heran. Das Geld hat davon nichts mitbekommen: XPeng schloss über 900 Millionen Dollar ab, Figure kündigte mehr als eine Milliarde für Trainingsdaten an, SoftBank verhandelt über die Mehrheit an 1X, Südkorea legte 2,3 Billionen Won auf. Das treffendste Bild lieferte Peking: Im 100-Meter-Finale der Roboterspiele fiel die Bestzeit auf 8,64 Sekunden — und hinter der Ziellinie stand Personal mit Feuerlöschern bereit.
Die Meldungen der Woche
8,64 Sekunden — und vier Zahlen, die nicht zusammengehören
Am Abschlusstag der zweiten Roboterspiele fiel die 100-Meter-Bestzeit zum dritten Mal in fünf Tagen. Was danach passierte, steht in keiner Ergebnisliste.
Am 26. August gewann Tiangong Ultra — gemeldet für das Team Tianjiao des Pekinger Innovationszentrums, international als X-Humanoid auftretend — das 100-Meter-Finale im Nationalen Eisschnelllaufstadion in 8,64 Sekunden. Es war die dritte Bestmarke derselben Maschine binnen fünf Tagen, und alle drei stammen aus verschiedenen Runden: 9,39 s im Vorlauf am Eröffnungsabend, 8,86 s in der Zwischenrunde am 25. August, 8,64 s im Finale. Usain Bolts Weltrekord steht seit 2009 bei 9,58 Sekunden. Bei der Erstauflage vor einem Jahr hatte die Siegerzeit über dieselbe Distanz noch 21,50 Sekunden betragen.
Die Agentur AP hat aufgeschrieben, was nach dem Zieleinlauf geschah: Mehrere Sprinter krachten in die Prallwand, aus einigen Maschinen sprühten Funken, Personal rückte mit Feuerlöschern an, nahezu alle Läufer wurden auf Tragen vom Feld gebracht. Eine Ausfallliste desselben Wochenendes führt weiter: ein Roboter fing nach einer Kollision Feuer, einem Hochspringer löste sich der Kopf, ein Gewichtheber fiel in den Kampfrichtertisch, eine Maschine brach an der Hüfte.
Was es heißt: Von 21,50 auf 8,64 Sekunden in zwölf Monaten ist ein realer Sprung, und er wäre ohne deutlich stärkere Gelenkmodule nicht möglich. Aber gelaufen wird auf ebener Bahn unter Idealbedingungen, mit Maschinen, die auf genau diese eine Aufgabe hin gebaut sind. Kontrolliertes Abbremsen war nicht Teil der Aufgabe — und wurde entsprechend nicht gelöst. Jonathan Hurst, Robotikprofessor an der Oregon State University, sagte der AP, echter Fortschritt bemesse sich in Lagerhallen und Fabriken, wo Maschinen stundenlang autonom arbeiten. Wie wir Autonomie bewerten und woran wir sie festmachen, steht offen im Evidenz-Ranking.
- 9,32 sHonor „Lightning“Demonstrationslauf vor der Eröffnung — kein Wettkampfergebnis
- 9,39 sTiangong UltraVorlauf, 22.08.
- 8,86 sTiangong UltraZwischenrunde, 25.08.
- 8,64 sTiangong UltraFinale, 26.08. — das ist der Rekord
Im Fußballfinale von Peking standen sich zwei deutsche Teams gegenüber
Bremen schlägt Leipzig 13:3 — in einem Turnier, das sonst fast vollständig an chinesische Firmen ging.
Im Endspiel der Humanoid League (Adult Size) trafen B-Human von der Universität Bremen und dem Deutschen Forschungszentrum für Künstliche Intelligenz auf die HTWK Robots der Hochschule für Technik, Wirtschaft und Kultur Leipzig. B-Human gewann 13:3. Für die Leipziger ist es der Vizetitel im zweiten Jahr in Folge. Teammitglied Felix Loos sagte, das Finale sei spannender gewesen als erwartet — drei Tore fielen durch unhaltbare Distanzschüsse. Dieselbe Paarung gab es im Juli beim RoboCup im südkoreanischen Incheon, dort hieß es 6:0 für Bremen.
Der zweite Befund ist der unangenehmere: Beide deutschen Teams fahren auf chinesischer Hardware. Gespielt wurde mit Robotern von Booster Robotics — hauptsächlich dem Modell T1 (1,20 Meter, 30 Kilogramm), dazu dem größeren T2. HTWK-Professor Jens Wagner hat die Kooperation damit begründet, dass sie technische Probleme gelöst habe, für die sich in Europa keine Lösung finden ließ.
Was es heißt: Roboterfußball nach RoboCup-Regeln ist die eine Disziplin, in der europäische Universitätsteams seit Jahren vorn liegen — dort entscheidet Software, nicht Aktorik. Während Sprint- und Szenario-Wertungen fast vollständig an chinesische Firmen gingen, war das Fußballfinale ein rein deutsches. Der deutsche Software-Vorsprung wird allerdings auf chinesischen Beinen ausgetragen, und das ist die Zusammenfassung der europäischen Lage in einem Satz.
In eigener Sache: In der vergangenen Ausgabe stand unter „Geprüft und nicht verwendet“, für Peking lasse sich kein einziger deutscher Teamname belegen. Das war zum damaligen Stand korrekt recherchiert — die deutschen Ergebnisse wurden erst nach dem Finale berichtet. Hiermit aufgelöst: Es waren zwei Teams, und sie spielten das Endspiel unter sich.
Bis auf ein halbes Prozent an die Halbierung — und kein Kursziel stützt
Der spektakuläre Teil des Absturzes lag in der Vorwoche. Diese Woche brachte die Zahl, an der man ihn misst.
Der Kursverlauf: Am 24. August schloss die Unitree-Aktie bei 603,08 Yuan (−10,3 Prozent), am 28. bei 585,00, am 31. bei 564,90 Yuan mit einem Tagestief von 555,80. Dieses Tief liegt 49,47 Prozent unter dem Eröffnungskurs des ersten Handelstages von 1.100 Yuan — die Halbierung wurde also um ein halbes Prozent verfehlt. Am Dienstag drehte die Aktie ins Plus und schloss bei 571,10 Yuan. Gegenüber dem Ausgabepreis von 150,80 Yuan steht sie damit rund 279 Prozent im Plus.
Zwei Zahlen ordnen das ein. Erstens die Bewertung: Am 28. August lag das statische Kurs-Gewinn-Verhältnis bei 877 — der Branchenschnitt im allgemeinen Maschinenbau liegt bei 38,56. Zweitens die Kursziele. Sämtliche öffentlich bekannten Analystenziele liegen unter dem aktuellen Kurs: Nomura Securities nannte am Erstnotiztag 370 Yuan, CCB International 269 Yuan, und der eigene Konsortialführer CITIC Securities hält eine Marktkapitalisierung von 50,6 bis 55,9 Milliarden Yuan für fair — aktuell sind es 231 Milliarden.
Reuters deutete den Verfall am 25. August als Symptom struktureller Mängel im chinesischen Emissionssystem: fehlende Leerverkäufer, regulatorische Preissteuerung, ein Anlegerschutz-Paternalismus, der überteuerte Emissionen ohne Gegenwehr lässt. Zitiert werden vier Fondsmanager und Analysten, darunter Dong Baozhen von Lingtong Shengtai mit dem Satz, jede Blase platze zwangsläufig.
Was es heißt: Eine Zahl aus den Emissionsunterlagen erklärt beide Extreme derselben Bewegung — und sie stammt nicht aus dem Reuters-Text, sondern aus unserer eigenen Auswertung der Zuteilungs-Bekanntmachung vom 12. August: Frei handelbar waren zur Erstnotiz nur 30.087.700 Aktien, also 7,44 Prozent des Grundkapitals. Bei so dünnem Streubesitz treibt schon wenig Geld den Kurs auf das Siebenfache — und ebenso schnell zurück. Das ist keine Aussage über Unitrees Technik, sondern über die Konstruktion der Emission. Für Käufer ändert sich nichts: G1 und R1 bleiben bestellbar, die Preise stehen im Preis-Radar, der Direktvergleich rechnet beide durch. Alle Angaben hier sind Marktdaten, keine Anlageberatung.
„So viel Hype, so viel Erzählung ohne Bezug zur Realität“
Ein Mitgründer greift die Erzählung der eigenen Branche an — vier Tage vor dem Start seiner Investorenrunde.
Am Montag veröffentlichte die Zeitung OregonLive ein Interview mit Jonathan Hurst, Mitgründer von Agility Robotics in Salem, Oregon. Der Kernsatz: „There's so much hype and so much storytelling that is not connected to reality. And I really want to pop that bubble a little bit." Hurst grenzt sein Unternehmen von den viralen Turn- und Tanzvideos der Konkurrenz ab: Der 1,75 Meter große Digit hebe und stapele Kisten in Lagern und Fabriken — langweilig im Video, aber bezahlt.
Interessanter als das Zitat ist die Rechnung, die er mitliefert. Ein Digit kostet über seine Lebensdauer rund 400.000 Dollar in Anschaffung und Betrieb; Agility rechnet vor, dass er über fünf Jahre 20 Prozent günstiger arbeite als ein Mensch auf derselben Stelle. Hurst: „We are just about at that cost, at that exact cusp, where we're able to make a profitable business selling robots while also providing value to a customer." Im selben Monat kam Bernstein Research zu dem Schluss, Humanoidenpreise müssten um 30 bis 50 Prozent fallen, um kommerziell tragfähig zu sein.
Was es heißt: So konkret hat bislang kaum ein westlicher Hersteller gerechnet — und die beiden Zahlen widersprechen sich. Zu bedenken ist der Zeitpunkt: Agility geht über eine Fusion mit einer Mantelgesellschaft an die Börse, hat bisher rund 390 Millionen Dollar eingesammelt, will über den Börsengang weitere 600 Millionen aufnehmen und wird im Deal mit 2,5 Milliarden Dollar bewertet. Ab dem 8. September führt der Finanzchef Einzelgespräche auf drei Investorenkonferenzen. „Wir sind die Langweiligen mit dem Geschäftsmodell" ist in dieser Lage auch Positionierung. Das macht die Kostenrechnung nicht falsch — es macht sie erklärungsbedürftig.
Die Preise fallen schneller als die Fähigkeiten wachsen
Reuters hat nachgerechnet, was ein Humanoid in China heute kostet und leistet. Die ehrlichste Zahl steht nicht im Verkaufsprospekt, sondern auf der Mietrechnung.
Die Recherche vom 27. August trägt harte Zahlen zusammen. Morgan Stanley erwartet für 2026 einen Rückgang der Durchschnittsverkaufspreise um 15 Prozent. Beim Ganzkörper-Humanoiden Kuavo von Leju Robotics fiel der Durchschnittserlös 2025 bereits um rund 26 Prozent auf etwa 46.000 Dollar. Chinas Produktionsziel für 2026 liegt bei über 100.000 Einheiten. Staatliche Stellen kauften im ersten Halbjahr 2026 für mindestens 230 Millionen Dollar Humanoide und Zubehör — nach 62 Millionen im ersten Halbjahr 2025 und 6 Millionen im ersten Halbjahr 2024.
Und dann der Mietmarkt: Für Auftritts- und Tanzroboter werden inzwischen 440 bis 600 Dollar pro Tag verlangt. Vorher waren es rund 1.500.
Zur Leistung nennt Reuters einen Wert, der Vorsicht verdient: Die Maschinen erledigten einfache Aufgaben mit rund 20 Prozent der Ausbringung eines Menschen. Die Angabe stammt von einem einzelnen Mitarbeiter eines Ausbildungszentrums in Liuzhou, nicht aus einer Erhebung. Belastbarer sind die Stückzahlen im selben Text: UBTech lieferte 2025 1.079 Ganzkörper-Humanoide aus — und Deep Robotics verkaufte in den Jahren 2024 und 2025 zusammen vier.
Einen Tag später legte UBTech Halbjahreszahlen vor, die das Bild ergänzen: Umsatz plus 104 Prozent auf 1,269 Milliarden Yuan, Rohmarge um 9,7 Punkte auf 44,7 Prozent verbessert — und trotzdem ein Fehlbetrag von 311 Millionen Yuan. Das Humanoiden-Geschäft macht inzwischen 46,5 Prozent des Konzernumsatzes aus; verkauft wurden 921 großformatige Humanoide und 16.123 Humanoide insgesamt. Genannt wird außerdem eine Zusammenarbeit mit Siemens für eine Fabrik im Zehntausender-Kapazitätsbereich.
Was es heißt: Preiskurve und Fähigkeitskurve laufen auseinander. Der Mietpreisverfall ist dabei das ehrlichere Signal als jede Stückzahl, weil er einen tatsächlich bezahlten Marktpreis abbildet: Er sagt, dass in China mehr Geräte herumstehen, als es Aufträge gibt. Und die Zahl vier bei Deep Robotics erinnert daran, dass ein bekannter Markenname im Humanoiden-Segment noch gar nichts über verkaufte Stückzahlen aussagt. Wie sich die kursierenden Marktzahlen zueinander verhalten, haben wir im Jahresreport aufgeschlüsselt.
- −71 %Tagesmiete für einen Vorführroboter: 1.500 → 440 Dollar
- −26 %Durchschnittserlös Kuavo 2025, auf rund 46.000 Dollar
- −15 %erwarteter Preisrückgang 2026 (Morgan Stanley)
- 20 %Ausbringung gegenüber einem Menschen — Aussage eines einzelnen Mitarbeiters, keine Erhebung
- 4Humanoide, die Deep Robotics 2024 und 2025 zusammen verkauft hat
- 30–50 %müssten die Preise laut Bernstein noch fallen, damit sich der Einsatz rechnet
Eine Milliarde Dollar für Videos aus fremden Wohnungen
Figure löst das Datenproblem der Robotik nicht mit Roboterflotten, sondern mit einer Gig-Plattform für Menschen.
Am 25. August machte Figure AI die Plattform Index öffentlich — eine App, mit der Freiwillige sich gegen Bezahlung bei Alltagsarbeiten filmen. Das Material trainiert Figures Modell Helix. Die Zahlen des Unternehmens: 264.000 Downloads in 108 Ländern, über 44.000 wöchentlich aktive Nutzer, 16 Millionen hochgeladene Videos, eine Verarbeitungsrate von 30 Minuten Videomaterial pro Sekunde. 15 Millionen Dollar sind bislang an Beitragende ausgezahlt worden; angekündigt sind über eine Milliarde Dollar für Daten und Rechenleistung in den kommenden zwölf Monaten.
Zwei Wege sind vorgesehen. Man filmt sich selbst zu Hause oder am Arbeitsplatz — oder man bucht über die App einen Menschen, der zur Hilfe im Haushalt vorbeikommt und dabei filmt. Figure schreibt dazu wörtlich, Index lege „the groundwork for ordering robots as a service": Heute kommt ein Mensch zum Putzen, später der Roboter.
Was es heißt: Das ist der bislang größte Versuch, das Datenproblem der Robotik mit bezahlter Alltagsarbeit statt mit Roboterflotten zu lösen — und Figure baut damit die Nachfrageseite auf, bevor es die Roboter gibt. Offen bleibt die eigentliche Forschungsfrage: Ein Handyvideo liefert Bild, aber keine Kraft- und Tastdaten. Ob sich daraus feinmotorische Manipulation lernen lässt, ist unbewiesen. Und für deutsche Nutzer stellt sich eine Frage, die die Ankündigung nicht beantwortet: Wer die eigene Wohnung für Geld abfilmt, nimmt regelmäßig Mitbewohner, Kinder und Besuch mit auf. Die Index-Seite verlinkt Datenschutzerklärung und Geschäftsbedingungen, äußert sich aber nicht zu mitgefilmten Dritten.
SoftBank greift nach 1X — und Tesla sagt sieben Tage lang nichts
Zwei Nachrichten über Heimroboter, die beide aus dem Schweigen der Hersteller bestehen.
Der Branchendienst The Information berichtete am 26. August, SoftBank verhandle über den Kauf einer Mehrheitsbeteiligung an 1X Technologies — bei einer Bewertung von rund sechs Milliarden Dollar. Reuters griff die Meldung auf, ausdrücklich als Bericht Dritter: SoftBank wollte sich nicht äußern, 1X reagierte nicht. Zum Vergleich: Im September 2025 suchte 1X noch eine Milliarde frisches Kapital bei einer Bewertung von zehn Milliarden oder mehr. Die beiden Zahlen sind nicht direkt vergleichbar — die zehn waren das Ziel einer Finanzierungsrunde, die sechs betreffen den Kauf der Kontrolle.
Auffällig ist, was daneben nicht passierte. Von 1X selbst kam die ganze Woche nichts. Der Newsroom schweigt seit dem 9. Juli, Gründer Bernt Børnich hat zwischen dem 24. August und dem 1. September keinen einzigen Beitrag abgesetzt, der Firmenaccount ebenfalls nicht. Auf der Bestellseite stand am Dienstag weiterhin „US Deliveries start 2026" — 20.000 Dollar für den Kauf oder 499 Dollar im Monat. Eine öffentlich bestätigte Auslieferung an einen Endkunden gibt es weiterhin nicht. Ab dem 1. September bleiben 121 Tage, um dieses Versprechen einzulösen.
Bei Tesla lässt sich das Schweigen sogar belegen. Bei der US-Börsenaufsicht ist seit dem Quartalsbericht vom 23. Juli kein einziges Dokument mehr eingegangen. Elon Musk hat im gesamten Zeitraum keinen Beitrag abgesetzt, der „Optimus" oder „robot" enthält. Der Firmenaccount blieb stumm. Damit ist das dritte angekündigte Produktionsfenster verstrichen, ohne dass Tesla es kommentiert — im Aktionärsupdate vom 22. Juli hieß es noch, die Fertigung in Fremont werde „later this year" erwartet.
Was es heißt: Für den lautesten Anbieter der Branche ist eine vollständig nachrichtenlose Woche eine eigene Meldung — besonders in einer Woche, in der ein Wettbewerber eine Milliarde ankündigt und ein anderer offenbar den Besitzer wechselt. Beim NEO könnte demnächst in Tokio entschieden werden, wann und wo geliefert wird, nicht mehr in Oslo. Der nächste Termin, an dem Tesla sich äußern muss, ist der Quartalsbericht im Oktober.
Zwei Root-Lücken im Unitree G1 — eine braucht nur Bluetooth-Reichweite
Kein Passwort, kein Netzwerkzugang, keine Anmeldung. Wer nah genug steht, übernimmt den Roboter.
Der Sicherheitsforscher Olivier Laflamme veröffentlichte am 27. August zwei voneinander unabhängige Angriffsketten auf den Unitree G1 EDU, beide mit vollen Systemrechten auf dem Rechner, der die Fortbewegung steuert.
Die erste (CVE-2026-76639) nutzt einen Fehler im KI-Dienst des Roboters: Über manipulierte Uploads in die Wissensdatenbank lassen sich Dateien in ein Verzeichnis schreiben, aus dem ein anderer Dienst sie mit höchsten Rechten ausführt. Die zweite (CVE-2026-76640, vom Forscher „UniBLEed" getauft) ist eine Kette aus fünf Fehlern und beginnt allein mit Bluetooth-Reichweite: Eine Bluetooth-Schnittstelle akzeptiert Schreibzugriffe ohne vorheriges Koppeln; ein Schlüssel lässt sich über einen Cloud-Endpunkt zurückholen, der nicht prüfte, ob das Konto den Roboter überhaupt besitzt; am Ende steht ein Pufferüberlauf von 1.050 Byte in einem 500-Byte-Feld. Auf dem betroffenen Rechner laufen laut Forscher alle 28 Dienste mit höchsten Rechten — deshalb landen beide Wege direkt dort.
Getestet wurde an vier Geräten mit den Firmware-Ständen V1.4.5.0 bis V1.5.2. Unitree hat koordiniert reagiert, die Cloud-Lücke geschlossen und am 6. August eine Prämie von 5.000 Dollar gezahlt.
Was es heißt: Robotersicherheit war bisher vor allem eine Frage falscher Anweisungen an KI-Modelle. Hier geht es um klassische Systemsicherheit an einem Gerät, das laufen, greifen und Kameras tragen kann — und der zweite Weg braucht weder Netzwerk noch Zugangsdaten, nur Funkreichweite. Das betrifft jede öffentliche Vorführung, jede Messe und jedes offene Labor. Für Betreiber wichtig: Belegt ist bislang nur der Fix auf Unitrees Servern. Eine vom Hersteller benannte fehlerbereinigte Firmware-Version für den Roboter selbst ist öffentlich nicht auffindbar. Wer ein Gerät betreibt, sollte sich beim Händler eine konkrete Versionsnummer schriftlich geben lassen. Untersucht wurde die Variante EDU; ob und wie stark andere Ausführungen betroffen sind, ist nicht belegt.
Peking normiert und bremst, Seoul kauft, Hyundai stimmt ab
Drei Staaten, drei Instrumente — und eine Belegschaft, die für ein Mitspracherecht gestreikt und es nicht bekommen hat.
China, 24. August: Das Industrieministerium stellte den Entwurf eines nationalen Normensystems für die Humanoidroboter-Industrie zur öffentlichen Konsultation, die bis zum 23. September läuft. Ziel sind mindestens 100 Schlüsselnormen bis 2028 — von Fähigkeitstests über Kennzeichnung bis zu ethischen Leitplanken. Wer Prüfverfahren definiert, bestimmt später, welche Maschine als sicher und leistungsfähig gilt. Zum Vergleich: In der EU greift die Maschinenverordnung erst ab dem 20. Januar 2027.
China, 28. August: Vier Tage später bremste die Nationale Entwicklungs- und Reformkommission auf ihrer Monatspressekonferenz. Sprecher Li Chao sagte, die Entwicklung müsse geordnet verlaufen; Regionen und Unternehmen sollten von den eigenen Stärken ausgehen, statt „blind dem Trend zu folgen" und sich alle gleichzeitig auf dasselbe Feld zu stürzen. Das ist kein Rückzug, sondern eine Kanalisierung: Peking will verhindern, dass jede Provinz denselben Humanoid-Park baut, und lenkt Mittel in Daten, Modelle und Normen statt in weitere Fabrikankündigungen.
Südkorea, 27. August: Das Ministerium für Planung und Haushalt stellte ein Humanoid-Programm vor: 2,3 Billionen Won (1,66 Milliarden Dollar) staatlich bis 2030, im Haushalt 2027 zunächst 600 Milliarden Won. Die Lokalisierungsquote bei Schlüsselkomponenten soll von 45 auf 80 Prozent steigen — gemeint sind Getriebe, Aktuatoren, Sensorik. Und der Staat will selbst kaufen: 250 heimische Humanoide 2027, bis 2030 insgesamt 1.080. Der Haushalt muss die Nationalversammlung allerdings noch passieren.
Korea, 31. August: Bei Hyundai stimmten 19.183 von 31.166 Beschäftigten (61,55 Prozent) einem Tarifabschluss zu. Vorausgegangen waren 111 Verhandlungstage und am 21. August der erste achtstündige Vollstreik seit zehn Jahren. Streitpunkt war ausdrücklich auch der Einsatz der Boston-Dynamics-Humanoiden Atlas — die Gewerkschaft hatte ein Vetorecht gefordert und nicht bekommen. Im Abschluss steht nur die Zusage, Beschäftigungsfragen zu erörtern, wenn neue Geschäftsfelder aufgebaut werden. Einen Tag nach der vorläufigen Einigung nannte Konzernchef José Muñoz erstmals harte Zahlen: 30.000 Einheiten Jahreskapazität ab 2028, und „the first 25,000 commercial units are already confirmed, beginning with the Metaplant".
Was es heißt: Für die deutsche Debatte ist der koreanische Abschluss die Blaupause. Eine große Autogewerkschaft hat wegen humanoider Roboter gestreikt und am Ende eine Erörterungspflicht statt eines Zustimmungsvorbehalts bekommen. Da Mercedes, BMW und VW eigene Pilotprojekte fahren und Bosch ab 2027 in Bühl fertigen will, ist das die Formel, an der sich hiesige Verhandlungen messen lassen werden. Und während drei Staaten Programme mit hinterlegten Summen vorlegen, gibt es in der EU weiterhin kein Humanoid-Programm mit eigenem Budget. Was daraus im Betrieb wird, verfolgen wir im Einsatz-Tracker.
Kurz notiert
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Neura kauft einen Ulmer Reinigungsroboter-Hersteller. Die Neura Mobile Robots GmbH aus Hamburg — eine Tochter der Metzinger Neura Robotics — übernimmt 100 Prozent von Adlatus Robotics (32 Mitarbeiter, rund 350 ausgelieferte Maschinen). Der Kaufpreis wurde nicht genannt, die Fertigung in Ulm läuft weiter. Firmenchef David Reger sagt, man kaufe Adlatus nicht wegen eines weiteren Reinigungsroboters, sondern um diesen Maschinen „ein neues Gehirn” zu geben. Das ist das Gegenmodell zum Weg, erst einen Humanoiden fertig zu bauen und dann Kunden zu suchen: erst die installierte Basis einsammeln, die KI später darüberlegen. Alle Berichte gehen auf dieselbe Unternehmensmitteilung zurück.
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Fast jeder Zweite würde einen Humanoiden in die Wohnung lassen. Laut einer Bitkom-Umfrage können sich 48 Prozent der Befragten einen KI-gesteuerten humanoiden Roboter im eigenen Haushalt vorstellen, 47 Prozent lehnen ab. Gleichzeitig finden 46 Prozent einen menschenähnlichen Roboter zu Hause unheimlich, und 53 Prozent fürchten, die Kontrolle über das eigene Zuhause zu verlieren. Ganz oben auf der Wunschliste: Aufräumen (87 Prozent), Einkäufe einräumen (77), Putzen (73). Wichtig für die Einordnung: Gefragt wurde nach Vorstellbarkeit, nicht nach Zahlungsbereitschaft — und erhoben wurde im Juni und Juli, veröffentlicht erst jetzt.
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399 Dollar für einen laufenden Roboter. Pollen Robotics aus Bordeaux, seit 2025 Teil von Hugging Face, hat die Vorbestellung für den Microduck geöffnet: 25 Zentimeter, unter 800 Gramm, 15 Motoren, Kamera, Lidar, rund eine Stunde Laufzeit. heise nennt für Deutschland 440,30 Euro inklusive Steuern und Versand. Interessant ist nicht der Roboter, sondern der Lieferumfang: Alle sieben vortrainierten Bewegungen sind in der Physiksimulation per Reinforcement Learning entstanden, und der komplette Trainingsstapel liegt offen — Trainingsumgebungen, Belohnungsfunktionen, Sim-to-Real-Rezept. Offen ist die Software, nicht die Mechanik. Ausgeliefert werden soll vor Weihnachten.
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XPeng finanziert seinen Humanoiden separat. Über 900 Millionen Dollar bei einer Bewertung von über 6,3 Milliarden, angeführt von IDG Capital, mit Tencent und Alibaba als strategischen Investoren — zwei Konzerne, die sich sonst in fast allen Feldern gegenüberstehen. Der Humanoid IRON soll bis Ende 2026 in Serie gehen, zunächst allerdings für den Einsatz in eigenen Stores und auf eigenen Werksgeländen; Auslieferungen in China und Übersee erst ab 2027, ein Preis fehlt. Bemerkenswert bleibt die Aufteilung: Nur rund 600 der über 900 Millionen kommen von externen Investoren, rund 200 Millionen steuert eine XPeng-Tochter bei, 100 Millionen das Management.
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Ein Roboter lernt aus einem Video statt aus tausend Wiederholungen. Skild AI stellte S1 vor, das ein aus Sprachmodellen bekanntes Prinzip auf Roboter überträgt: Statt für jede neue Aufgabe nachzutrainieren, legt man ein Video der Tätigkeit ins Kontextfenster. Skild nennt 96 Prozent Erfolg bei bekannten Aufgaben und 66 Prozent Schritt-Erfolg bei unbekannten — gegenüber 9 Prozent für ein sprachgesteuertes Vergleichsmodell. Die Relativierung liefert das Unternehmen selbst mit: Ein klassisch nachtrainiertes Modell erreicht mit 2.000 Demonstrationen 86 Prozent. Der Vorteil liegt in der Einrichtungsgeschwindigkeit, nicht in der Spitzenqualität.
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Ein Brüsseler Start-up will Humanoide vermieten statt verkaufen. Motion sammelte zwei Millionen Dollar ein, um in Europa als Betreiber aufzutreten: Kunden zahlen monatlich, enthalten sind Roboterauswahl, Antrainieren, IT-Anbindung, Versicherung, Compliance und Wartung. Fünf Pilotprojekte laufen in Belgien, das Geld soll sie erst in den Produktivbetrieb überführen. Gründer Alexander Stevens sagt, in Europa scheitere die Einführung an Finanzierung, Risiko und Compliance, lange bevor sie an der Technik scheitere. Dasselbe Geschäftsmodell — Miete statt Kauf — ist auch für die geplante Bosch-Fertigung in Bühl vorgesehen.
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Peking kündigt 2.500 Stunden Roboterdaten an — mit den Fehlversuchen. Zur Schlussfeier der Spiele stellte das Organisationskomitee einen Datensatz aus Training und Wettkampf in Aussicht: über 2.500 Stunden reale Manipulationsdaten aus zwölf Anwendungsfeldern, 44 Arbeitsaufgaben — ausdrücklich einschließlich gescheiterter Versuche und Grenzfälle. Genau die fehlen in kuratierten Firmendatensätzen üblicherweise, und genau die sind beim Training am wertvollsten. Bis zum 1. September gab es allerdings weder Download noch Lizenz noch Plattform: angekündigt, nicht freigegeben. Wie wir es mit unseren eigenen Daten halten, steht auf der Seite zum Datensatz — samt maschinenlesbarem Zugang für alle, die damit weiterarbeiten wollen.
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Die Zulieferer verdienen bereits. Der chinesische Wellgetriebe-Hersteller Leaderdrive meldet für das Halbjahr 38,6 Prozent mehr Umsatz und 31,3 Prozent mehr Gewinn bei einer Nettomarge um 20 Prozent, und begründet das ausdrücklich mit der industriellen Umsetzung verkörperter KI. Während die Hersteller kompletter Roboter Verluste ausweisen oder an der Börse abgestraft werden, verdient die Zulieferkette Geld — das klassische Muster eines Goldrauschs. Für deutsche Leser ist der Name relevant, weil Wellgetriebe hierzulande ein Stammgeschäft sind: Die Harmonic Drive SE in Limburg an der Lahn hat diese Bauart als erste in Serie gefertigt und ist in Europa führend. Erfunden wurde sie 1957 in den USA, Weltmarktführer ist ein japanisches Unternehmen.
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In eigener Sache: das Navel-Gespräch ist online. Wir haben mit Claude Toussaint gesprochen, dem Gründer von Navel Robotics aus München. Sein Roboter sitzt in Pflegeheimen, erzählt Geschichten und erinnert sich an frühere Gespräche. Im Interview erklärt er, warum ein Sprachmodell dafür einen Kopf mit großen Augen braucht, was die Maschine im Heimalltag heute wirklich leistet — und warum sie als Nächstes lernen soll, von allein auf Bewohner zuzugehen. Angekündigt war das Gespräch für den 25. August; es kommt eine Woche später als versprochen. → Warum Navel so große Augen hat
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Und bei den anderen war es still. Apptronik hat seit dem 30. Juni keine Pressemitteilung mehr veröffentlicht — zwei Monate Schweigen bei einem Unternehmen, das über 935 Millionen Dollar eingesammelt hat und dessen Apollo bei Mercedes-Benz erprobt wird. Boston Dynamics meldete sich zuletzt am 24. Juni selbst; die harten Atlas-Zahlen dieser Woche nannte der Autokonzern in Seoul, nicht das Robotikunternehmen in Waltham.
Geprüft und nicht verwendet
- „Unitrees Aktie hat sich halbiert.“Steht in fast allen chinesischen Schlagzeilen und ist knapp falsch: Das Tief von 555,80 Yuan sind 49,47 Prozent unter dem Eröffnungskurs. Gegen den Schlusskurs des ersten Tages sind es 34 Prozent, gegen den Ausgabepreis immer noch ein Plus von 279 Prozent.
- „Die Aktie verlor 45 Prozent vom Höchststand.“Ein Rechenfehler, den wir aus einer deutschen Fachmeldung übernommen hätten. Von 884 auf 600 Yuan sind es 32 Prozent, nicht 45. Auch die daraus abgeleiteten „30 Milliarden Dollar Marktwert weg“ stimmen dann nicht — es wären rund 21.
- „Reuters nennt den dünnen Streubesitz als Ursache.“Tut es nicht. In keiner Übernahme des Reuters-Textes steht ein Wort zu Streubesitz oder Sperrfristen. Die Zahl 7,44 Prozent haben wir selbst aus der Zuteilungs-Bekanntmachung gerechnet — und schreiben sie deshalb auch uns zu.
- „Ein Humanoid kostet in der Herstellung unter 100.000 Yuan.“Die einzige Quelle, die den Anlass nennt, datiert die Aussage auf den 27. August „auf der Weltroboterkonferenz“. Die endete am 23. August — nachzulesen in unserer eigenen Ausgabe der Vorwoche. Ein Artikel aus dieser Woche über ein Ereignis der letzten.
- „Science Robotics veröffentlicht ein Verfahren, das Atlas, Spot und G1 dieselben Bewegungen beibringt.“Die Arbeit ist gut — nur ist sie am 12. August erschienen, nicht Ende des Monats. Der Fachtext, der uns darauf brachte, war eine Zweitverwertung. Das Publikationsdatum stand eindeutig in den Metadaten des Fachaufsatzes.
- „Bosch baut ab 2027 Humanoide in Bühl.“Stand vergangene Woche hier. Neu ist in dieser Woche nur die Tiefe der Bosch-Rolle. Materiell wichtig und bislang untergegangen: Erstkunde Schaeffler ist zugleich Investor beim Roboterhersteller — ein Erstkunde, der Miteigentümer ist, ist kein Marktbeleg.
- „1X hat am 31. August seine Roboterfabrik eröffnet.“Die Eröffnung war am 30. April. Ein Aggregator hat eine vier Monate alte Meldung neu datiert — dieselbe Falle wie beim Halbmarathon vor zwei Wochen.
- „Tesla Optimus 2, UBTech Walker X2 und Xiaomi CyberOne 2 sind vorbestellbar.“Diese Produkte gibt es nicht. Keiner der drei Namen existiert bei den genannten Herstellern.
- „Honors Roboter brach Bolts Rekord bei den Spielen.“Die 9,32 Sekunden entstanden in einem Demonstrationslauf vor der Eröffnung, verbreitet über den Staatsrundfunk. Kein Wettkampfergebnis.
- „Von 666 Teams kamen 641 aus China.“Klingt plausibel und ist in keiner abrufbaren Quelle zu finden. Der Veranstalter nennt ausschließlich „16 Länder und Regionen“ — eine Aufschlüsselung hat er nie veröffentlicht, ebenso wenig einen Medaillenspiegel oder eine Zuschauerzahl.
- „AgiBot hat Unitree als Marktführer verdrängt.“Wäre die größte Geschichte der Woche. Die Zahlen stammen von einem Institut, das sich nicht auffinden ließ. Wir verfolgen das weiter — und drucken es nicht, bevor eine zweite Erhebung es trägt.
- „Der Einkaufstag der Weltroboterkonferenz brachte Milliarden an Aufträgen.“Es wurde überhaupt keine Summe veröffentlicht — was bei chinesischen Großmessen unüblich ist. Wer eine Zahl liest, verwechselt sie vermutlich mit der KI-Konferenz in Schanghai. Und Vorsicht bei deren Werten: 203,6 亿元 sind 20,36 Milliarden Yuan, nicht 203,6.
Realität vs. Hype
- Die gewertete 100-Meter-Bestzeit lautet 8,64 Sekunden, gelaufen im Finale — und mehrere Sprinter mussten danach von Sanitätern geborgen werden
- Die Tagesmiete für einen Vorführroboter ist in China von rund 1.500 auf 440 bis 600 Dollar gefallen
- Deep Robotics hat in den Jahren 2024 und 2025 zusammen vier Humanoide verkauft
- UBTech steigert den Umsatz um 104 Prozent und macht weiter Verlust
- Zwei deutsche Hochschulteams bestritten das Fußballfinale von Peking unter sich — mit Robotern aus China
- „Roboter läuft 9,32 Sekunden": Das war ein Demonstrationslauf vor der Eröffnung, kein Wettkampf
- „Figure investiert eine Milliarde in Daten": angekündigt für die kommenden zwölf Monate. Ausgezahlt sind bisher 15 Millionen
- „Hyundai baut ab 2028 30.000 Atlas im Jahr": Das ist Kapazität, keine Produktionszahl — und die Fabrik steht noch nicht
- „Der NEO wird bereits ausgeliefert": Es gibt weiterhin keine bestätigte Kundenauslieferung, und der Hersteller schweigt seit dem 9. Juli
- „China liefert 97 Prozent aller Humanoiden": Diese und drei konkurrierende Zählungen messen unterschiedliche Dinge — keine davon ist neu
Das ändert sich im Radar
- Unitree G1: Die beiden Schwachstellen sind als datierte Fundstelle aufgenommen, mit dem ausdrücklichen Vermerk, dass nur der Fix auf Unitrees Servern belegt ist und keine fehlerbereinigte Geräte-Firmware benannt wurde. Die Händlerliste bleibt unverändert — die im Netz kursierenden Zusatzhändler sind durch nichts belegt
- Unitree Robotics (Hersteller-Akte): Kursstand vom 1. September (571,10 Yuan, Marktwert rund 231 Milliarden Yuan, plus 279 Prozent über dem Ausgabepreis), dazu der Streubesitz von 7,44 Prozent und die drei bekannten Analystenziele, die allesamt unter dem aktuellen Kurs liegen
- 1X NEO: Prüfvermerk aktualisiert — Newsroom-Stand unverändert 9. Juli, Gründer und Firmenaccount in der ganzen Woche stumm, Bestellseite unverändert. Die SoftBank-Mehrheitsgespräche sind als Bericht Dritter vermerkt, nicht als Tatsache. Status bleibt „Vorbestellung”
- Tesla Optimus: Das dritte verstrichene Produktionsfenster ist dokumentiert, zusammen mit der belegten Nachrichtenlosigkeit. Der offizielle Stand bleibt unverändert
- Figure AI: Index als datierte Herstellerangabe aufgenommen, samt der offenen Frage nach mitgefilmten Dritten. Die Figure-03-Akte selbst ist geprüft und unverändert. Aufgelöst: Der offene Faden aus der Vorwoche zur AT&T-Partnerschaft betrifft nicht Figure, sondern Brett Adcocks separates Unternehmen Hark — als Figure-Meldung war er falsch
- Release-Radar: Bewusst nicht aufgenommen — XPengs IRON-Serienstart (Einsatz im eigenen Haus ist kein Marktstart), Koreas Beschaffungszahlen (das Haushaltsverfahren läuft noch) und die Atlas-Kapazität. Neu als Beobachtungskandidaten: Galbot ET1 und der Microduck
- Preis-Radar: keine belegte Preisänderung bei unseren gelisteten Modellen in dieser Woche. Der erwartete Rückgang von 15 Prozent und der Mietpreisverfall sind als Einordnung vermerkt, nicht als Preisdaten
Was diese Woche wichtig wird
- Freitag, 4. September: Die IFA öffnet. In Halle 25 liegt der Schwerpunkt auf humanoider Robotik, am Samstag um 12:45 Uhr läuft „Robots on the Runway”. Die interessante Frage stellt sich schon vor der Messe: Auf dem Laufsteg der größten deutschen Verbrauchermesse sind bislang fast ausschließlich chinesische Hersteller angekündigt.
- Mittwoch, 9. September: Humanoid Robots Summit in Stuttgart. Drei Tage, über 1.000 Teilnehmer nach Veranstalterangaben, Sprecher unter anderem von Boston Dynamics, Google DeepMind, Unitree und der BMW Group, am dritten Tag Werksbesuche. Die Arbeitsteilung des Herbstes in zwei Terminen: Hardware aus China in Berlin, Anwendungsfälle aus dem Südwesten in Stuttgart.
- Der Preis des Galbot ET1. Ein Branchendienst meldet, die Vorbestellung öffne am 3. September. Größen- und Gewichtsangaben widersprechen sich zwischen den Quellen erheblich, ein kursierender Preis stammt aus einer Datenbankseite. Kommt eine Herstellerangabe, wäre es die erste belastbare Preiszahl für dieses Modell.
- Ob Unitree eine Firmware nennt. Betreiber in Deutschland brauchen eine Versionsnummer, in der die beiden Lücken geschlossen sind. Bislang gibt es sie nicht.
- Ob Tesla etwas sagt. Die Fremont-Linie ist umgebaut, das dritte Zeitfenster verstrichen, die dritte Optimus-Generation weiterhin nicht gezeigt. Der nächste Termin, an dem sich das Unternehmen äußern muss, ist der Quartalsbericht im Oktober.
Quellen
- AP via OPB: 100-Meter-Finale, Funken und Feuerlöscher (27.08.2026)
- United Daily News: Rekordfolge 9,39 / 8,86 / 8,64 Sekunden (26.08.2026)
- Gizmodo: Ausfallliste der Roboterspiele (25.08.2026)
- Leipziger Zeitung: HTWK Robots holen Vizetitel in China (29.08.2026)
- HTWK Leipzig: RoboCup-Finale Incheon und Booster-Kooperation (05.07.2026)
- Sina Finance: Unitree-Kursverlauf zum 31.08. (31.08.2026)
- Reuters via RTÉ: Unitree-Absturz und die Mängel des IPO-Systems (25.08.2026)
- Zuteilungsergebnis-Bekanntmachung Unitree (12.08.2026)
- OregonLive: Jonathan Hurst im Interview (31.08.2026)
- Reuters via Khaleej Times: Chinas Humanoide werden billiger (27.08.2026)
- ITHome: UBTech-Halbjahreszahlen (28.08.2026)
- Figure AI: Introducing Index (25.08.2026)
- Reuters via Euronext: SoftBank verhandelt über 1X-Mehrheit (27.08.2026)
- Olivier Laflamme: UniBLEed — Root-Zugriff auf den Unitree G1 (27.08.2026)
- The Hacker News: Zwei G1-Schwachstellen (28.08.2026)
- MIIT: Konsultation zum Normensystem für Humanoide (24.08.2026)
- NDRC: Pressekonferenz vom 28.08.2026
- Korea Times: 2,3 Billionen Won für heimische Humanoide (27.08.2026)
- Korea Herald: Belegschaft nimmt Tarifabschluss an (01.09.2026)
- Hyundai Motor Group: CEO Investor Day mit Atlas-Kapazität (26.08.2026)
- tech.eu: Neura übernimmt Adlatus (24.08.2026)
- Bitkom: Smart Home — vom Thermostat zum Roboter (24.08.2026)
- heise: Microduck — der Entenroboter aus Frankreich (29.08.2026)
- XPeng: Finanzierung der Robotersparte (25.08.2026)
- Skild AI: Introducing S1 (25.08.2026)
- tech.eu: Motion sammelt zwei Millionen Dollar ein (27.08.2026)
- Xinhua: Abschlussbilanz der Roboterspiele und Datensatz-Ankündigung (27.08.2026)