Neu: Der RadarScore-Report 2026
Was diese Methodik im Ergebnis zeigt, steht jetzt in einem eigenen Report: 21 Roboter im Evidenz-Ranking — mit dem kompletten Ranking, der Autonomie-Ampel-Bilanz und vier Befunden, die die Branche unbequem finden dürfte.
Das Prinzip: Käufer-Perspektive statt Datenblatt
Wir bewerten nicht, was ein Roboter laut Hersteller-Folien können soll, sondern welche käuferrelevanten Fähigkeiten und Marktmerkmale für Deutschland, Österreich und die Schweiz aktuell belegt sind. Eine technische Demonstration und ein tatsächlich beschaffbares Produkt können deshalb sehr unterschiedliche Radarformen haben.
Ein Radar-Score ist deshalb keine Rangliste der beeindruckendsten Technik, sondern eine Landkarte: Wo ist ein Modell stark, wo schwach — gemessen an dem, was du damit vorhast.
Die sechs Achsen
- Mobilität
- Wie souverän bewegt sich der Roboter durch reale Umgebungen — Treppen, Gelände, Engstellen, Tempo?
- Feinmotorik
- Kann er greifen, öffnen, manipulieren — und wie präzise? (Kein Arm ab Werk = niedriger Wert, egal wie gut er läuft.)
- Autonomie
- Wie viel erledigt er ohne Mensch am Controller — Navigation, Aufgaben, Missionen?
- Verfügbarkeit
- Wie real ist der Kauf für Menschen in DACH — heute, nicht laut Roadmap?
- Preis-Leistung
- Was bekommt man fürs Geld — gemessen an dem, was das Gerät wirklich kann?
- Reifegrad
- Produkt oder Experiment? Feldeinsatz-Stunden, Firmware-Stabilität, Community, Support.
Der ungewichtete Durchschnitt der bewertbaren Achsen ergibt die Gesamtnote. Fehlt ein qualifizierender realer EUR-Preis, bleibt Preis-Leistung „n. b." und der Gesamtwert wird aus den fünf evidenzcodierten Achsen gebildet. Welche Achse für deinen Einsatz zählt, kannst du im Robot-o-Mat individuell gewichten.
Die Skala: 0–10 mit festen Kriterien
Jede der fünf Evidenzachsen besitzt eine vollständige Leiter mit beobachtbaren Kriterien. Gewertet wird die höchste Stufe, deren eigenes Kriterium belegt ist; die Leitern sind nicht kumulativ. Mobilität, Feinmotorik und Autonomie beschreiben Fähigkeiten. Verfügbarkeit nutzt nach einem gemeinsamen Sockel getrennte B2B- und Consumer-Pfade; Reifegrad beschreibt den Produktlebenszyklus.
Die vollständigen Leitertexte, die Preis-Leistungs-Formel und alle Cap-Regeln stehen in der normativen RadarScore-2.0-Fassung (Markdown). Diese URL wird beim Website-Build direkt aus derselben Quelldatei erzeugt, die der Zenodo-Paketbuilder einfriert — dadurch gibt es keine zweite, handkopierte Methodikfassung.
Methodik 2.0: Evidenz statt Behauptung
Jede Einstufung auf den fünf Evidenzachsen trägt einen Evidenzgrad. Der Grad beschreibt die Qualität der gespeicherten Beleglage, nicht die vermutete technische Qualität des Roboters:
- A — unabhängig verifiziert: Dritte ohne Hersteller-Kontrolle haben es gesehen — eigene Tests, unabhängige Presse, dokumentierter Kundenbetrieb, breite Nutzer-Videos kaufbarer Geräte.
- B — belastbar dokumentiert: eine Primärquelle mit nachvollziehbaren Bedingungen oder mehrere übereinstimmende seriöse Quellen, ohne unabhängige Vor-Ort-Verifikation.
- C — Herstellerangabe: Datenblätter, geschnittene Promo-Videos, PR-Zahlen. Eine höhere C-Stufe ergänzt eine A/B-Basis um höchstens einen Punkt und nie über 6; eine reine C-Basis ist ebenfalls bei 6 gedeckelt.
- D — unbelegt oder strittig: Ein höherer D-Claim bringt keinen Bonus. Ist nur eine D-Basis zuordenbar, wird ihr berechneter Wert bei 3 gedeckelt. Der Sonderwert 0/D bedeutet: Aus den gespeicherten Belegen ist gar kein Leiterkriterium zuordenbar.
Drei harte Regeln dazu: Teleoperation ist keine Autonomie — eine ferngesteuerte Vorführung kann Hardware-Fähigkeiten belegen, aber keine Autonomiestufe. Ohne realen Marktpreis keine Preis-Leistungs-Note — Zielpreise, Schätzungen und Währungsumrechnungen werden nicht als Produktpreis verrechnet. Und: Bewertungs- und Evidenzänderungen bleiben im öffentlichen Bewertungslog nachvollziehbar; der erhaltene Altbestand enthält zusätzlich Methodik- und Prüfkorrekturen und ist keine Firmenchronik.
Referenzrahmen der Stufenleitern: der chinesische Humanoid-Grading-Standard T/CIE 298-2025 (vier Dimensionen, Level L1–L5), die SAE-J3016-Autonomielogik aus dem automatisierten Fahren, etablierte Benchmarks der Manipulationsforschung — und seit 2026 als deutsche Orientierung der Fraunhofer-IPA „Humanoid Capabilities Navigator" (vier Kategorien: Mobilität/Lokomotion, Manipulation, Kognition, Safety & Security; Reifegrade Level 0–4, praktisch am Unitree G1 erprobt). Wir lehnen uns an diese Rahmen an, ohne Konformität zu behaupten. Eine Klassifikation, die Fähigkeits-Level an Evidenzgrade koppelt, existiert im deutschsprachigen Raum weiterhin nicht — deshalb bauen wir sie.
Die redaktionelle Zuordnung von Stufe und Evidenzgrad ist KI-gestützt und wird vom Herausgeber verantwortet. Gegenprüfungen mit KI-Agenten sind keine menschliche, externe oder wissenschaftliche Peer-Review.
Jeder Wert hat eine Begründung
Zu jedem Achsenwert jedes Modells schreiben wir einen Begründungssatz mit den Fakten dahinter — auf den Modell-Seiten und in den Vergleichern per Fingertipp oder Maus über den Balken sichtbar. Was wir nicht belegen können, bewerten wir nicht: Fehlt ein realer Marktpreis, zeigt „Preis-Leistung" schlicht „n. b." — ein Zielpreis ist ein Versprechen, keine Zahl, mit der man rechnen kann.
Aktualisierung
Bewertungen sind datiert („Stand …") und werden fortlaufend gepflegt: Preisänderungen, neue Verfügbarkeit, Firmware-Sprünge oder reale Feldeinsatz-Daten führen zu Anpassungen — jede Änderung mit aktualisierter Begründung. Größere Marktereignisse arbeiten wir im Rahmen unserer Robotik-Woche (montags) ein; zusätzlich prüfen wir den gesamten Radar monatlich.
Nachrechnen erwünscht: der offene Datensatz
Alle Bewertungen samt Evidenzgraden, Belegquellen und Prüfdaten stehen als offener Datensatz (CSV/JSON, CC BY 4.0) bereit — versioniert, mit Codebook und Zitiervorschlag, für Journalismus, Forschung und Lehre. Wer unsere Zahlen nutzt, prüft oder widerlegt, hilft der Methodik.
Unabhängigkeit
Kein Hersteller bezahlt für Bewertungen, sieht sie vorab oder kann sie beeinflussen. Einige Kauf-Links sind Affiliate-Links (am Sternchen erkennbar) — sie ändern weder Preis noch Wertung; Details in der Transparenz-Erklärung. Produktbilder sind, wo keine Pressefreigaben vorliegen, als KI-Studio-Darstellungen auf Basis von offiziellem Referenzmaterial gekennzeichnet — das reale Design bleibt dabei maßgeblich (Bildnachweis).
Grenzen — was der Radar nicht ist
Wir testen 2026 überwiegend auf Basis öffentlich verfügbarer Daten, dokumentierter Feldeinsätze und Hersteller-Demos mit kritischer Einordnung — nicht jedes Modell stand physisch in unserer Redaktion. Der Radar ist eine redaktionelle Einschätzung als Entscheidungshilfe, keine Kaufberatung im rechtlichen Sinn und keine Zertifizierung.