Zwei Bücher lagen diese Woche nebeneinander, und sie erzählen verschiedene Geschichten. Im einen steht ein Preis: Unitree geht an die Börse, und wer zum Ausgabepreis kauft, zahlt 219 Jahresgewinne im Voraus — das 5,7-Fache dessen, was die eigene Branche im Schnitt kostet. Im anderen steht, was die Maschinen tatsächlich tun. Jeder Robotereinsatz, der in dieser Woche neu gemeldet wurde, lief mit einem Menschen an der Fernsteuerung — in Gütersloh, in Südkorea, in einem amerikanischen Lager. Der größte Geldbetrag der Woche ging an Roboter, die ohne Menschengestalt und ohne Fernsteuerung arbeiten. Neun Meldungen, jede einzeln gegen die Originalquelle geprüft — dazu acht, die es nicht in diese Ausgabe geschafft haben, und eine Korrektur in eigener Sache.

Die Meldungen der Woche

01 · GELD

Unitree ruft 150,80 Yuan auf — und muss selbst vor dem Preis warnen

Der bekannteste Roboterbauer Chinas hat einen Ausgabepreis. Die eigentliche Nachricht steht aber nicht in der Schlagzeile, sondern im Kleingedruckten daneben — in einem Dokument, das das Unternehmen veröffentlichen musste, weil es sonst nicht an die Börse gedurft hätte.

Am Abend des 6. August 2026 hat Unitree den Ausgabepreis für seinen Börsengang festgesetzt: 150,80 Yuan je Aktie. Gehandelt wird künftig am STAR Market, dem Technologiesegment der Börse Shanghai, unter dem Kürzel 688836. Ausgegeben werden 40.446.434 neue Aktien, also zehn Prozent des Unternehmens; das bringt brutto rund 6,1 Milliarden Yuan ein. Rechnerisch ist das ganze Unternehmen damit rund 61 Milliarden Yuan wert. Wir bleiben bewusst bei Yuan: Die international kursierenden Dollarangaben zwischen 8,5 und 9,0 Milliarden sind dieselbe Zahl, nur mit unterschiedlichen Wechselkursen gerechnet.

Interessanter ist eine Kennzahl, die Unitree selbst nennen musste. Das Kurs-Gewinn-Verhältnis setzt den Börsenwert ins Verhältnis zum Jahresgewinn und beantwortet die Frage: Wie viele Jahresgewinne zahlt ein Käufer im Voraus? Bei Unitree sind es 219,23 — gerechnet auf den Gewinn des Jahres 2025 vor Sonderposten. Sonderposten sind einmalige Erträge und Aufwendungen, die nicht jedes Jahr wiederkehren; rechnet man sie heraus, sind es 103,25. Beide Zahlen gehören nebeneinander; wer nur die 219 nennt, überzeichnet die Bewertung um gut das Doppelte.

Und dann steht in demselben Dokument der Maßstab, den die meisten Berichte weglassen: Für die Branche, in die Unitree amtlich einsortiert ist, liegt dieselbe Kennzahl im Monatsdurchschnitt bei 38,56. Unitree kostet also rund das 5,7-Fache dessen, was vergleichbare Unternehmen kosten. Weil das so ist, schreibt die chinesische Börsenaufsicht dem Unternehmen eine besondere Risikobekanntmachung vor — und darin steht wörtlich der Satz, es bestehe das Risiko, dass Anlegern durch fallende Kurse Verluste entstehen. Das ist keine Bescheidenheit des Unternehmens, sondern eine Formvorschrift.

Ein Detail am Rand, das noch offen ist: Im Börsenprospekt waren 4,2 Milliarden Yuan für vier konkrete Vorhaben verplant. Unitree nimmt rund 1,9 Milliarden Yuan mehr ein als vorgesehen. Wofür Unitree diese zusätzlichen 1,9 Milliarden verwenden wird, ist bislang nicht veröffentlicht; nach chinesischen Regeln muss das Unternehmen es gesondert beschließen und bekanntgeben.

Was es heißt: Unitree ist der einzige Hersteller in unserem Radar, dessen Humanoide den Status kaufbar tragen — G1 und R1 sind hier frei bestellbar, während NEURA 4NE-1 und 1X NEO Vorbestellungen entgegennehmen. Zwei Dinge ändern sich dadurch konkret. Erstens wird Unitree mit der Notierung berichtspflichtig — es muss künftig offenlegen, wie es wirtschaftlich dasteht: Wir bekommen geprüfte Halbjahres- und Jahresabschlüsse statt Pressemitteilungen. Zweitens sind Preisänderungen beim G1 und R1 ab jetzt auch ein Thema für die Börse. Was das für Endkundenpreise bedeutet, sagen wir nicht — Unitree begründet den zuletzt sinkenden bereinigten Gewinn selbst mit höheren Ausgaben für Forschung und Vertrieb, nicht mit Preissenkungen. Gezeichnet, also verbindlich bestellt, wurde am 10. August; die Einzahlung folgt am 12. Der erste Handelstag ist amtlich nicht bekanntgegeben; das in westlichen Berichten kursierende Fenster 17. bis 21. August ist eine Erwartung, keine Börsenmitteilung.

150,80 ¥ je AktieKGV 219,23 · Branche 38,56Zeichnung 10.08.Handelsstart offen
GELD QUELLEN: RISIKOBEKANNTMACHUNG, SHANGHAI SECURITIES NEWS (PRIMÄR) · EMISSIONSBEKANNTMACHUNG · 06./07.08.2026
Ein humanoider Roboter steht im Lichtschacht einer Börsenhalle, an den Wänden laufen Kurstafeln — KI-Illustration 688836KÜRZEL AM STAR MARKET KI-ILLUSTRATION · SYMBOLBILD
02 · EINSATZ

Eine Gütersloher Firma verkauft Roboterarbeit nach Stunden

Es ist die deutscheste Meldung der Woche — und die mit der dünnsten Beleglage. Beides gehört in dieselbe Meldung, sonst wird aus einer Ankündigung ein Betriebsbericht.

Am 5. August ist die Nucleus Robotics UG aus Gütersloh an die Öffentlichkeit gegangen. Nach Darstellung ihres Gründers Melvin M. Schwarz betreibt sie humanoide Roboter in einer laufenden Fabrik und verkauft dabei keine Geräte, sondern körperliche Arbeit — abgerechnet nach Stunden. Der Kunde zahlt für geleistete Arbeit, das Gerät bleibt beim Anbieter.

Belegt ist an dieser Geschichte die Firma: HRB 14388 beim Amtsgericht Gütersloh, eingetragen am 16. Februar 2026, Stammkapital 1.000 Euro, Geschäftsführer Melvin M. Schwarz. Alles Weitere stammt aus einem einzigen Beitrag des Gründers auf LinkedIn und X. Es gibt keine datierte Pressemitteilung, keine Bestätigung des Kunden und keine unabhängige Beobachtung. Die sechs Fachmedien, die darüber berichtet haben, stützen sich alle auf diese eine Quelle.

Deshalb hier ausdrücklich, was nicht belegt ist: Kunde, Standort, Stückzahl, Stundensatz, Produktivität, Finanzierung — und der Anteil der Arbeit, den ein Mensch per Fernsteuerung erledigt. Auch „deutsche Fabrik" ist nicht gedeckt. Der Beitrag sagt nur „a real factory"; die Formulierung, es handle sich um eines der führenden deutschen Industrieunternehmen, beschreibt den Kunden — nicht den Ort der Produktion. Von einer Flotte lässt sich ebenfalls nicht sprechen: Es können zwei Geräte sein. Welche Roboter dort arbeiten, sagt Nucleus offiziell nicht. Auf den eigenen Aufnahmen zum Start sind Unitree G1 in schwarzen Schutzanzügen zu erkennen; ein Bericht meldet bereits einen Wechsel auf ein robusteres Modell. Der Betrieb läuft nach eigener Darstellung in den ersten Wochen unter menschlicher Steuerung.

Was es heißt: Für einen Werksleiter verschiebt dieses Modell die Einstiegsfrage. Sie lautet nicht mehr „Was kostet ein humanoider Roboter?", sondern „Was kostet eine Roboterstunde?" — Anschaffung, Wartung und Abschreibung bleiben beim Anbieter, das Risiko wandert mit. Genau deshalb sind die fehlenden Angaben keine Nebensache: Solange weder ein Stundensatz noch der Autonomiegrad bekannt ist — also der Anteil der Arbeit, den der Roboter ohne Menschen schafft —, lässt sich das Modell nicht mit einer Zeitarbeitsstunde vergleichen. Und ohne diesen Vergleich ist es keine Entscheidungsgrundlage. Dazu kommen die Fragen, die jeder Betriebsrat sofort stellt: Wo sitzen die Menschen, die die Roboter fernsteuern? Was passiert mit Kameraaufnahmen aus einer laufenden Produktion? Und wie ordnet sich ein ferngeführter Roboter in Maschinenverordnung und Arbeitssicherheit ein? Unsere Anfrage läuft.

HRB 14388 GüterslohStammkapital 1.000 €1 Quelle: der GründerAnfrage läuft
EINSATZ QUELLEN: HANDELSREGISTER AMTSGERICHT GÜTERSLOH (PRIMÄR) · LINKEDIN-BEITRAG DES GRÜNDERS, 05.08.2026
03 · DEUTSCHLAND

Schaeffler nennt zum ersten Mal eine Zahl für sein Robotergeschäft — und die Fachpresse hat sie falsch abgeschrieben

Ein deutscher Zulieferer beziffert, was die Humanoid-Welle ihm bislang eingebracht hat: 350 Millionen Euro Auftragsbestand. Die Zahl steht nicht in der Pressemitteilung, sondern in den Unterlagen für Analysten — und sie stammt von drei Kunden, nicht von 45.

Am Mittwoch, 5. August, um 7:30 Uhr hat die Schaeffler AG aus Herzogenaurach ihre Zahlen für das erste Halbjahr 2026 vorgelegt. Der Umsatz lag bei 11,667 Milliarden Euro nach 11,845 Milliarden im Vorjahr — das Unternehmen nennt das „auf Vorjahresniveau". Rechnet man die Wechselkurse heraus, ist das ein Plus von 0,4 Prozent; in den gemeldeten Zahlen ist es ein Minus von rund 1,5 Prozent. Das operative Ergebnis vor Sondereffekten — der Gewinn aus dem laufenden Geschäft, ohne einmalige Posten — stieg auf 549 Millionen Euro nach 482 Millionen, das Konzernergebnis auf 93 Millionen nach 43. Zum Stichtag beschäftigte der Konzern 108.912 Menschen, knapp 4.000 weniger als ein Jahr zuvor. Die Jahresprognose wurde bestätigt.

Die eigentliche Nachricht steht nicht in der Pressemitteilung, sondern in der Präsentation für Analysten: Zum Ende des Halbjahres verzeichnet Schaeffler im Geschäft mit humanoiden Robotern einen Auftragsbestand von 350 Millionen Euro — also den Wert des Geschäfts, das aus bereits zugesagten Aufträgen noch vor dem Konzern liegt. Vorstandschef Klaus Rosenfeld nannte die Zahl im Analystengespräch eine Erstveröffentlichung und ergänzte, sie sei bewusst vorsichtig gerechnet: Von den zugrunde liegenden Erwartungen habe das Unternehmen über 50 Prozent wieder abgezogen, mögliche Aufträge seien nicht enthalten. Eine Fußnote hält fest, dass angekündigte Partnerschaften ebenfalls nicht eingerechnet sind.

Und hier liegt der Fehler, der diese Woche durch die Fachpresse lief. Der Auftragsbestand stammt von drei großen Herstellern, nicht von 45. Die 45 steht auf derselben Folie, meint aber etwas anderes: die Zahl der Hersteller, mit denen Schaeffler überhaupt im Gespräch ist. Wer beides zusammenzieht, macht aus einer Geschäftsbeziehung einen Auftrag. Von den drei Kunden ist nur einer benannt — XPeng; Schaeffler ist als Komponentenlieferant für dessen Humanoiden Iron nominiert, der Serienanlauf ist für das vierte Quartal 2026 geplant. Die beiden anderen sind laut Rosenfeld amerikanische Namen, die er nicht nennen darf. Dazu kommen über 50 neue Musteraufträge in diesem Jahr — Bestellungen von Probeteilen, noch keine Serie — sowie Serienanläufe mit drei Kunden in drei Regionen über sieben Produkte.

Der viel zitierte Satz aus der Pressemitteilung ist demgegenüber schwächer, als er klingt. Rosenfeld nennt humanoide Robotik dort als eines von zwei Feldern mit „weiter guten Fortschritten" — das ist ein Rückblick, er steht mitten in der Ergebnisdarstellung, und im Abschnitt „Ausblick" kommt Robotik kein einziges Mal vor. Eine zweite kursierende Zahl haben wir deshalb draußen gelassen: die Vereinbarung über 1.000 bis 2.000 Roboter bis 2032 steht in keinem der Halbjahresdokumente und gehört zu einem anderen, früheren Vorgang.

Am selben Tag, in einer eigenen Mitteilung, hat der Vorstand eine Ausweitung der Altersteilzeit beschlossen — ein Blockmodell mit aktiver und passiver Arbeitsphase für die Jahrgänge bis einschließlich 1971. Das Unternehmen rechnet damit, dass rund 20 Prozent das Angebot annehmen — das wären rund 1.300 Beschäftigte. Auf dieser Annahme beruhen auch die 51 Millionen Euro Einmalaufwand, die der Konzern 2026 als Sondereffekt verbucht — Aufstockungsbeträge nicht eingerechnet. Beide Zahlen sind also Erwartungen, keine feststehenden Werte: Wie viele das Angebot tatsächlich annehmen, steht laut Rosenfeld erst Ende September fest. Es ist kein neu beschlossener Stellenabbau, sondern die Erweiterung eines bestehenden freiwilligen Angebots — mit dem Autozuliefergeschäft als Hintergrund, nicht der Robotik.

Die dritte Meldung dieser Woche: Der amerikanische Getriebehersteller GAM Enterprises aus Illinois hat nach eigener Darstellung eine Vereinbarung unterzeichnet, bestimmte Vermögenswerte und Patente der Schaeffler Ultra Precision Drives zu übernehmen — die Technik hinter der hochpräzisen Getriebebaureihe PSC. Über den Preis wurde nichts bekannt, Schaeffler selbst hat dazu nichts veröffentlicht. Der Zusammenhang, ohne den die Meldung in die Irre führt: Schaeffler hatte bereits am 8. Dezember 2025 selbst mitgeteilt, das zugehörige Werk in Hameln zu schließen; die Produktion lief 2026 aus, rund 90 Beschäftigte waren betroffen, und über Monate geführte Verkaufsgespräche waren ausdrücklich gescheitert. GAM sichert sich die Technik also nach einer beschlossenen Schließung und baut in Hameln eine neue Gesellschaft auf — sie trägt den Namen Melior, unter dem das Werk vor der Übernahme durch Schaeffler firmierte.

Was es heißt: Während die übrige Ausgabe von chinesischen Börsenbewertungen und amerikanischen Start-ups handelt, ist die Stelle, an der die Humanoid-Welle in Deutschland heute schon Geld bewegt, die Zulieferung von Bauteilen — Lager, Getriebe, Aktoren, Sensoren. Und anders als bei fast allem anderen in dieser Ausgabe steht dahinter eine überprüfbare Zahl aus einer Kapitalmarktveröffentlichung, keine Selbstauskunft eines Start-ups. Wie groß Schaeffler den Markt sieht, sagt Rosenfeld ebenfalls: rund eine Million humanoide Roboter im Jahr 2035, davon wolle man mindestens zehn Prozent Marktanteil — eine Unternehmensschätzung, kein Marktdatum. Bemerkenswert bleibt, was in derselben Woche danebensteht: Der Konzern, der die Robotik als Wachstumsfeld führt, weitet zugleich die Altersteilzeit aus und gibt eine Präzisionstechnik nach Illinois ab. Ob PSC-Getriebe überhaupt in humanoiden Robotern stecken, ist dabei offen — weder GAM noch die Berichte stellen diesen Bezug her. Das ist unsere Einordnung, kein Befund.

350 Mio. € Auftragsbestandvon 3 Kunden, nicht 45XPeng Iron: Anlauf Q4/2026Hameln geschlossen
DEUTSCHLAND QUELLEN: SCHAEFFLER AG, HALBJAHRESMITTEILUNG + ANALYSTENPRÄSENTATION + CALL, 05.08.2026 (PRIMÄR) · GAM ENTERPRISES · SCHAEFFLER-MITTEILUNG ZUR WERKSSCHLIESSUNG HAMELN, 08.12.2025
Präzisionsgetriebe und Lager auf einer Werkbank in einer leeren Fertigungshalle, im Hintergrund eine abgestellte Produktionslinie — KI-Illustration 350 Mio. €ERSTMALS BEZIFFERT KI-ILLUSTRATION · SYMBOLBILD
04 · REGULIERUNG

Die ersten Einwendungen gegen die US-Roboterregel verteidigen den Saugroboter

Vor zwei Wochen hat die US-Fernmeldebehörde ausländisch gefertigte Roboter von der Gerätezulassung ausgeschlossen. Diese Woche sind die ersten öffentlichen Reaktionen in der Verfahrensakte eingegangen — und sie stehen an einer überraschenden Stelle.

Zur Erinnerung: Die FCC hat am 28. Juli mit der Verfügung DA 26-786 eine ganze Kategorie auf ihre Covered List gesetzt: „foreign-produced advanced robotic devices", im Ausland gefertigte fortgeschrittene Robotergeräte. Wer auf dieser Liste steht, bekommt in den USA keine Gerätezulassung mehr — und ohne Zulassung darf ein neues Modell dort weder importiert noch beworben noch verkauft werden. Wir hatten die Regel in der vergangenen Ausgabe zur Leitmeldung gemacht, weil ihre Definition weit über Humanoide hinausreicht und handelsübliche Saug- und Mähroboter erfasst.

In einem amerikanischen Verwaltungsverfahren kann jeder schriftlich Stellung nehmen; die Eingaben landen datiert in einer öffentlichen Akte. Am 5. August gingen dort die ersten drei Kommentare ein. Zwei davon sind im Fließtext vollständig identisch und trafen 59 Millisekunden auseinander bei der Behörde ein. Das ist kein Zufall, sondern ein maschinell abgesetzter Massenversand. Der dritte ist eine gekürzte Fassung derselben Vorlage. Das ist also eine Vorlagen-Kampagne, nicht der Widerstand einer Branche. Bis zum 9. August hatte in der Akte kein einziger Hersteller und kein Verband eine Eingabe zur Roboterregel gemacht — weder die amerikanische Elektronikbranche noch Roborock, Ecovacs oder Unitree.

Inhaltlich halten die Schreiben die Maßnahme für zu weitgehend. Sie sprechen ausdrücklich von Saug- und Mährobotern für Verbraucher und sehen bei diesen Geräten kein nennenswertes Sicherheitsrisiko. Für Humanoide ist vor allem bemerkenswert, was die Kritiker nicht angreifen: Humanoide und Roboterhunde bezeichnen sie selbst als „genuinely sensitive categories" — als wirklich heikle Gerätegruppen. Der Widerspruch richtet sich gegen die Ausweitung auf Haushaltsgeräte. Den humanoiden Kern der Regel stützt er.

Am 7. August folgte eine Eingabe einer amerikanischen Denkfabrik. Das angehängte Dokument ist über den maschinellen Zugang zur Verfahrensakte derzeit nicht abrufbar; sein Inhalt ist ungeprüft. Derselbe Autor hatte die Maßnahme allerdings Ende Juli in einem Aufsatz begrüßt und schärfere Kontrollen gefordert.

Was es heißt: Ein Punkt bleibt in der Aufregung meist unerwähnt: Ob die Regel Saug- und Mähroboter überhaupt erfasst, geht aus dem veröffentlichten FCC-Text gar nicht hervor. Die Verfügung setzt nur die abstrakte Kategorie auf die Liste; die Wörter für Staubsauger, Rasenmäher, Humanoid und Vierbeiner kommen darin kein einziges Mal vor. Die genaue Definition steht in einem Anhang, den die Behörde als Scan veröffentlicht hat — als Bild also, in dem sich nicht nach Wörtern suchen lässt. Die Reichweite auf Haushaltsgeräte ist damit die Lesart der Einreicher, gestützt von Berichten und von Auskünften der Behörde gegenüber Medien. Für deutsche Käufer ändert sich weiterhin nichts: Hier entscheidet die CE-Kennzeichnung, nicht die amerikanische Zulassung.

Akte ET Docket 21-2323 Kommentare am 05.08.0 Hersteller, 0 VerbändeHumanoide unangetastet
REGULIERUNG QUELLEN: FCC ELECTRONIC COMMENT FILING SYSTEM, VERFAHREN 21-232 (PRIMÄR) · PUBLIC NOTICE DA 26-786 · 05./07.08.2026
Ein Saugroboter auf Parkett, darüber schwebend die Struktur einer geöffneten Behördenakte mit Zeitstempeln — KI-Illustration 59 msZWISCHEN ZWEI EINGABEN KI-ILLUSTRATION · SYMBOLBILD
05 · REGULIERUNG

Peking benennt seine Gegenmaßnahmen — sie treffen Drohnen

Vor einer Woche hatte das chinesische Handelsministerium Gegenmaßnahmen angekündigt, ohne Warengruppe und ohne Zeitplan zu nennen. Jetzt liegen sie vor. Roboter kommen im Text nicht vor.

Am 5. August 2026 hat das Handelsministerium fünf Maßnahmen veröffentlicht, alle mit sofortiger Wirkung. Als Anlass nennt der Sprecher zwei amerikanische Schritte: die Serie von FCC-Beschlüssen gegen chinesische Technik, zuletzt ausgeweitet auf Robotertechnik und Wechselrichter, sowie die Aufnahme von über 40 chinesischen Firmen in eine Sanktionsliste des US-Heimatschutzministeriums am 31. Juli.

Die zentrale Maßnahme betrifft Drohnen: Für Drohnen und ihre Schlüsselkomponenten, die bereits auf Chinas Ausfuhrkontrollliste stehen, gibt es bei Lieferungen in die USA keine vereinfachten Genehmigungen mehr; jeder Antrag wird künftig einzeln und streng geprüft. Der Unterschied zählt: Es wird keine neue Ware auf die Kontrollliste gesetzt, es wird die Genehmigungspraxis für bereits gelistete Güter verschärft — und zwar ausschließlich für das Zielland USA. Hinzu kommen Sanktionen gegen ein amerikanisches Prüfhaus, das die FCC-Maßnahmen unterstützt haben soll, Sanktionen gegen sechs weitere US-Organisationen, eine Untersuchung zu importierten Druckern und Kopierern mit ausländischer Systemsoftware sowie die Aussetzung amerikanischer Zertifizierungsstellen bei chinesischen Werksinspektionen.

Ein Wort zur Genauigkeit, weil hier leicht das Falsche entsteht: Roboter werden in dieser Bekanntmachung nicht ausgenommen. Sie kommen schlicht nicht vor — das Dokument regelt Drohnen. Im Gesamtpaket tauchen Roboter durchaus auf, nur an anderer Stelle: in der Begründung des Ministeriums, dort als Beschwerde über die FCC.

Was es heißt: Für deutsche Käufer ändert sich nichts. Die Verschärfung gilt allein für Ausfuhren in die USA; Lieferungen von Unitree, UBTECH oder Deep Robotics nach Deutschland sind nicht berührt. Das ist aber keine Entwarnung, sondern schlicht kein Berührungspunkt — es stand nie eine solche Beschränkung im Raum. Ein Muster fällt trotzdem auf, vorerst ohne Wirkung auf deutsche Lieferketten: Beide Seiten greifen inzwischen den Prüf- und Zulassungspfad an. Die FCC schränkt chinesische Prüflabore ein, China sanktioniert ein amerikanisches Prüfhaus und setzt Werksinspektionen aus. Rechtlich berührt das Europa nicht. Wer ein Funkgerät in der EU auf den Markt bringt, muss erklären, dass es die europäischen Vorschriften einhält. Diese Funkanlagen-Konformitätserklärung stützt sich auf europaweit harmonisierte Normen und auf die dafür benannten Stellen — Prüfstellen, die Behörden der EU-Mitgliedstaaten benannt haben —, nicht auf amerikanische Labore oder chinesische Inspektionen. Ob Prüfhäuser, die zugleich für mehrere Länder zugelassen sind, praktisch unter Druck geraten, ist eine Beobachtung wert, aber bislang nicht belegt. Das Ministerium kündigt ausdrücklich weitere Schritte an, falls Washington nachlegt.

5 Maßnahmen, sofort wirksamDrohnen betroffen7 US-Adressen sanktioniertnur Zielland USA
REGULIERUNG QUELLEN: HANDELSMINISTERIUM DER VR CHINA, BEKANNTMACHUNG NR. 34/2026 (PRIMÄR) · SPRECHER-ERKLÄRUNG · 05.08.2026
06 · MARKT

Schätzung: 19.100 Humanoide im ersten Halbjahr — und wo sie bleiben

Eine Zahl, die diese Woche um die Welt ging, sagt weniger über Deutschland aus als eine zweite aus derselben Veröffentlichung, über die kaum jemand schreibt.

Das Marktforschungshaus Smart Analytics Global schätzt die weltweiten Auslieferungen humanoider Roboter im ersten Halbjahr 2026 auf rund 19.100 Einheiten; fuer den gleichen Zeitraum des Vorjahres weist dieselbe Schaetzung 5.100 aus. Über 97 Prozent davon entfielen demnach auf chinesische Anbieter. An der Spitze steht AgiBot mit rund 8.400 Einheiten, dahinter Unitree mit rund 5.900, Galbot mit rund 900, UBTECH mit rund 700 und Leju mit rund 600. Über 70 Prozent der Auslieferungen gingen in gewerbliche und industrielle Anwendungen, also in Betriebe und Fabriken; ein Jahr zuvor waren es rund 50 Prozent. (Erschienen am Montagmorgen, 10. August, also einen Tag nach unserem Berichtszeitraum — wir nehmen sie auf, weil sie die Woche einordnet.)

Bevor jemand mit dieser Zahl rechnet, muss klar sein, was sie ist: eine Schätzung eines Analysehauses, kein geprüfter Zählstand. Wie das Haus zu der Zahl kommt, legt es nicht offen — ob gezählt, hochgerechnet oder von Herstellern gemeldet wurde, steht nicht dabei. „Auslieferung" heißt außerdem, dass ein Gerät in den Vertriebsweg gegangen ist, also das Werk verlassen hat — nicht, dass es bei einem Kunden arbeitet. Auch die Frage, was ueberhaupt als Humanoider gilt, ist weit gefasst: humanoide Modelle auf Raedern sind mitgezaehlt, Roboterhunde nicht. Und die genannten Rundwerte gehen nicht ganz auf — aus 19.100 gegenüber 5.100 errechnen sich 274 Prozent Zuwachs, angegeben sind 272.

Was es heißt: Für den deutschen Markt ist die zweite Zahl die wichtigere. Auf China entfielen laut derselben Schätzung auch über 85 Prozent der weltweiten Nachfrage. Die 97 Prozent sagen, wer baut. Die 85 Prozent sagen, wo die Roboter bleiben. Für die gesamte Welt außerhalb Chinas verbleiben damit rechnerisch weniger als 2.900 Einheiten im Halbjahr, für Europa davon nur ein Bruchteil. Auf alle nicht-chinesischen Anbieter zusammen — amerikanische, japanische, koreanische, europäische — entfallen nach der 97-Prozent-Angabe unter 600 Geräte weltweit. Das deckt sich mit dem Bild im deutschen Handel: Unitree breit verfügbar, fast alles andere auf Anfrage, im Pilotprojekt oder gar nicht. Wer hier heute beschaffen will, findet die Alternative zur chinesischen Lieferkette bislang eher als Ankündigung denn als lieferbare Menge.

19.100 statt 5.100über 97 % aus Chinaüber 85 % Nachfrage in ChinaSchätzung ohne Methodik
MARKT QUELLE: SMART ANALYTICS GLOBAL (PRIMÄR) · 10.08.2026
07 · GELD

DeepSeek zeichnet bei Unitree — und aus denselben Unterlagen: Humanoide sind erstmals das Hauptgeschäft

Unter den Investoren, die sich beim Börsengang Aktien sichern durften, steht ein Name, der sonst für Sprachmodelle steht. Bemerkenswert ist weniger die Summe als die Bindung.

Am Abend des 6. August veröffentlichte Unitree die Liste der strategischen Zeichner — jener neun Investoren, die vorab feste Aktienpakete zugeteilt bekommen und sich im Gegenzug verpflichten, sie eine Zeit lang nicht zu verkaufen. Auf der Liste steht die Betreibergesellschaft des KI-Modells DeepSeek, die wie Unitree in Hangzhou sitzt. Sie erhielt 933.399 Aktien im Wert von rund 141 Millionen Yuan, also 2,31 Prozent aller Aktien, die bei diesem Börsengang ausgegeben werden.

Die Zahl allein wäre unauffällig. Interessant ist die Haltefrist: DeepSeek ist unter den außenstehenden Zeichnern der einzige mit 36 Monaten Haltefrist. Die vier staatsnahen Zeichner — Beteiligungsgesellschaften von PetroChina, China Southern Power Grid, China Telecom und Tencent — dürfen schon nach zwölf Monaten verkaufen, die Tochtergesellschaft der Bank, die den Börsengang begleitet, nach 24 Monaten. Drei Jahre gelten sonst nur noch für ein Mitarbeiterprogramm des Unternehmens. Auf der Investorenveranstaltung am 7. August nannte Gründer Wang Xingxing drei Felder der Zusammenarbeit: gemeinsame Forschung, Universalroboter und KI-Großmodelle. Er berief sich dabei auf eine unterzeichnete Absichtserklärung. Eine Absichtserklärung ist kein Liefervertrag — sie nennt weder Produkte noch einen Zeitrahmen.

Aus denselben Unterlagen stammt eine Zahl, die für unser Radar wichtiger ist als der Investor. Der Umsatz mit humanoiden Robotern stieg von 2,97 Millionen Yuan im Jahr 2023 über 107,3 Millionen im Jahr 2024 auf 867,8 Millionen im Jahr 2025. Der Anteil der Humanoiden am Hauptgeschäft — also am Umsatz aus dem eigentlichen Geschäftsbetrieb — wuchs damit von 1,88 auf 51,78 Prozent.

Was es heißt: Unitree ist damit erstmals mehrheitlich ein Hersteller humanoider Roboter und nicht mehr in erster Linie ein Anbieter von Roboterhunden. Das ist keine Randnotiz, sondern eine Ansage darüber, wohin Entwicklung und Produktpflege künftig fließen — auch für die Besitzer eines Go2 oder B2. Was aus der DeepSeek-Zeichnung dagegen ausdrücklich nicht folgt: dass in ausgelieferten Unitree-Geräten künftig DeepSeek-Modelle laufen. Die Absichtserklärung beschreibt gemeinsame Forschung, keine Produktintegration. Unabhängig davon bleibt die Frage berechtigt, die sich bei jedem G1 oder R1 in einer Schulwerkstatt oder einem Betrieb stellt: Welche Sprach- und Bildverarbeitung läuft auf dem Gerät, und welche in einer Cloud? Wer für den Datenschutz verantwortlich ist, sollte sich diese Antwort schriftlich geben lassen, bevor ein Gerät in Betrieb geht.

141 Mio. ¥ · 2,31 %36 Monate HaltefristHumanoide 51,78 % des Umsatzes2023 waren es 1,88 %
GELD QUELLEN: EMISSIONSBEKANNTMACHUNG, SHANGHAI SECURITIES NEWS (PRIMÄR) · ONLINE-ROADSHOW 07.08.2026
08 · TECHNIK

Xiaomi gibt sein Roboter-Grundmodell frei — Gewichte und Code zum Herunterladen

Ein großer Konzern stellt die Steuerungssoftware für Roboter frei zur Verfügung, samt kommerzieller Nutzung. Das ist die praktisch greifbarste Meldung der Woche für jeden, der hier mit Robotern arbeitet.

Am 3. August 2026 hat Xiaomi Code und Modellgewichte seines Robotermodells XR-1 veröffentlicht. Ein solches Modell übersetzt Kamerabild und Sprachbefehl in Bewegung — Fachleute nennen das ein Vision-Language-Action-Modell, ein Modell also, das Sehen, Sprache und Handlung verbindet. Die „Gewichte" sind dabei das eigentliche Ergebnis des Trainings, gewissermaßen das Gedächtnis des Modells; ohne sie ist der Code eine leere Hülle. Beides liegt jetzt unter der Lizenz Apache 2.0 vor, die auch die kommerzielle Nutzung erlaubt. Das Modell hat 5 Milliarden Parameter — so viele einzelne Werte wurden im Training eingestellt. Die zugehörige wissenschaftliche Veröffentlichung war bereits am 16. Juli erschienen — neu ist in dieser Woche die Freigabe selbst.

Zum Training nennt Xiaomi über 100.000 Stunden Aufnahmen aus mehr als 1.700 Szenarien. Diese Aufnahmen stammen allerdings nicht von Robotern, sondern von Menschen mit einem Handgreifer — einem handgeführten Greifwerkzeug mit Kamera, das Bewegung und Kamerabild mitschneidet. Dazu kommen 7.200 Stunden echter Roboterdaten aus Wohnungen als Teil eines Gesamtmixes von über 10.000 Stunden.

Sämtliche Leistungszahlen sind Eigenmessungen ohne unabhängige Nachprüfung, und sie fallen sehr unterschiedlich aus. Auf einer Standard-Testreihe erreicht XR-1 74,5 Prozent gegenüber 72,6 beim zweitbesten Modell — ein Vorsprung von knapp zwei Punkten. Auf einer schwereren Reihe sind es 57,4 gegenüber 46,6 Prozent. Auf der schwersten liegt XR-1 bei 13,93 Prozent gegenüber 8,80 — relativ ein deutlicher Vorsprung, absolut löst das Modell dort weniger als jede siebte Aufgabe. Bei vier realen Aufgaben — Handy einpacken, Drucker befüllen, Wäsche einladen, Kartons packen — meldet Xiaomi 75 Prozent Erfolg nach weniger als zehn Stunden zusätzlichem Training, gegenüber 40 Prozent für das Vergleichsmodell.

Was es heißt: Ein Lehrstuhl, ein Mittelständler oder ein Systemintegrator kann diese Gewichte ab sofort herunterladen, lokal betreiben und kommerziell einsetzen — ohne Lizenzgebühr und ohne Cloud-Anbindung. Das ist für Datenschutz und Betriebssicherheit ein realer Unterschied. Ein Haken bleibt: Welche Roboterplattformen unterstützt werden, dokumentiert Xiaomi nicht. Für den Besitzer eines heute erhältlichen Humanoiden ändert sich damit kurzfristig nichts. Und weil es dazu viel Halbwissen gibt: Wer ein solches Modell in ein eigenes Produkt einbaut und dieses in Europa verkauft, kann selbst zum Anbieter im Sinne der KI-Verordnung werden — neu ist das aber nicht, die entsprechenden Pflichten gelten seit dem 2. August 2025. Für frei lizenzierte Modelle mit offenen Gewichten sieht die Verordnung zudem ausdrücklich Erleichterungen bei der Dokumentation vor.

Apache 2.0 · kommerziell frei5 Mrd. Parameter13,93 % im schwersten Testkeine Plattformliste
TECHNIK QUELLEN: GITHUB XIAOMIROBOTICS (PRIMÄR) · TECHNICAL REPORT · 03.08.2026
Eine Roboterhand über einer Werkbank, darüber schwebende Datenspuren aus Kamerabild und Sprache — KI-Illustration 5 Mrd.PARAMETER, FREI NUTZBAR KI-ILLUSTRATION · SYMBOLBILD
09 · EINSATZ

Bis zu 900 Millionen Dollar für Roboterarbeit — an Maschinen ohne Menschengestalt

Der größte Geldbetrag, der in dieser Woche für echte Roboterarbeit zugesagt wurde, ging nicht an einen Humanoiden-Hersteller. Und diese Maschinen arbeiten ohne Menschen an der Fernsteuerung.

Der amerikanische Werftkonzern Huntington Ingalls Industries hat am 6. August leistungsbezogene Fertigungsvereinbarungen mit zwei Roboterfirmen bekannt gegeben: Path Robotics übernimmt autonomes Schweißen, GrayMatter Robotics die Oberflächenbearbeitung — Schleifen, Strahlen, Lackieren — sowie Inspektion. Über sieben Jahre will der Konzern den beiden Firmen Schiffbauarbeit im Wert von bis zu 900 Millionen Dollar zuweisen.

Zwei Präzisierungen gehören dazu, sonst wird die Zahl falsch gelesen. Erstens kauft der Konzern hier keine Roboter. Die beiden Firmen werden Zulieferer, die Fertigungsschritte selbst übernehmen — die 900 Millionen sind der Wert vergebener Schiffbauarbeit samt Material und Marge, kein Automatisierungsbudget. Zweitens ist der Betrag ein Rahmen, keine abgerufene Bestellung. Zuerst läuft eine Entwicklungs- und Qualifizierungsphase nach Marinestandard. Erst danach beginnt die Lieferphase — und nur, wenn Kosten, Termine und Qualität zufriedenstellend ausfallen. Wie viele Roboter eingesetzt werden und wie sich das Volumen auf die beiden Anbieter verteilt, teilt der Konzern nicht mit.

Was es heißt: Hier schließt sich die Woche. Jeder Einsatz humanoider Roboter, der in diesen sieben Tagen neu gemeldet wurde, hatte einen Menschen an der Fernsteuerung — in Gütersloh, bei einem koreanischen Schweißprojekt, bei einem amerikanischen Logistikanbieter. Das größte Geld für Roboterarbeit ging derweil an aufgabenspezifische Maschinen ohne Menschengestalt, gebaut für genau eine Aufgabe, die sie ohne einen Menschen an der Fernsteuerung erledigen. Für deutsche Werften und Stahlbauer mit derselben Fachkräftelücke ist das die naheliegendere Frage: nicht „welchen Roboter kaufe ich", sondern „welchen Fertigungsschritt gebe ich an einen automatisierten Zulieferer ab". Ein Geldvergleich zwischen diesem Rahmen und Investitionen in Humanoide lässt sich daraus allerdings nicht ableiten — dafür sind die Zahlen zu verschieden gebaut.

bis zu 900 Mio. USD7 Jahre LaufzeitRahmen, keine Bestellungkeine Humanoiden
EINSATZ QUELLEN: HII NEWSROOM, 06.08.2026 · THE ROBOT REPORT
10 · IN EIGENER SACHE

Wir haben eine Frist zu Unrecht gestrichen

In der vergangenen Ausgabe stand, die neue US-Regel lasse bereits zugelassene Geräte „unberührt". Das war unvollständig — und eine Zahl, die wir bewusst herausgenommen hatten, war richtig.

Der Reihe nach. Am 3. August haben wir die FCC-Regel zur Leitmeldung gemacht und dabei geschrieben, Bestandsgeräte blieben unberührt. Belegt haben wir das mit der Behörden-FAQ, die auf die Frage nach Einschränkungen für Verbraucher mit einem einzigen Wort antwortet: „No." Gleichzeitig haben wir eine Frist gestrichen: Firmware-Updates bis zum 1. Januar 2029, eine Angabe aus einem Bericht von Consumer Reports. Firmware ist die Software, die fest im Gerät steckt. Wir haben die Frist herausgenommen, weil wir sie in der Verfügung DA 26-786 nicht finden konnten.

Beides müssen wir korrigieren. Der Teil, der hält: Bereits zugelassene Geräte dürfen unbefristet weiter importiert, verkauft und genutzt werden. Der Teil, der nicht hält: Sie sind trotzdem eingefroren. Seit einer Regeländerung vom Oktober 2025 sind Geräte auf der Covered List der US-Fernmeldebehörde von allen sogenannten permissive changes ausgenommen. Das sind die kleinen Änderungen, die ein Hersteller sonst ohne neue Zulassung vornehmen darf. Und der Ausweg ist zu: Jede andere Änderung bräuchte eine neue Zulassung, und die bekommt ein gelistetes Gerät nicht mehr. Wer heute einen zugelassenen Roboter verkauft, verkauft ihn also in genau dem Zustand, in dem er am 28. Juli zugelassen war.

Dass Software- und Firmware-Updates trotzdem erlaubt bleiben, versteht sich nicht von selbst: Es gibt dafür eine ausdrückliche Ausnahmegenehmigung — und genau dort steht die Frist, die wir gestrichen haben. Sie steht nur nicht in der Verfügung, auf die alle schauen, sondern in einer zweiten Verfügung, die die FCC am selben Tag veröffentlicht hat. Erfasst sind nur Updates, die Schaden von Verbrauchern abwenden — Sicherheitslücken schließen, Funktion und Kompatibilität erhalten. Hardware-Änderungen deckt die Ausnahme nicht.

Eine Präzisierung gehört dazu, und sie geht diesmal gegen beide Seiten: Im Dokument steht dreimal „mindestens bis zum 1. Januar 2029". Das ist eine garantierte Untergrenze, kein Ablaufdatum. Die Vorgeschichte zeigt, warum das ein Unterschied ist — für Drohnen galt dieselbe Ausnahme zunächst bis 2027 und wurde im Mai bis 2029 verlängert. Wer schreibt, die Updates endeten 2029, behauptet mehr als die Quelle.

Was wir daraus mitnehmen: Unser Fehler war nicht das Streichen an sich — eine Zahl, die man nicht belegen kann, gehört heraus. Der Fehler war die Annahme, ein Dokument sei der ganze Vorgang. Behörden verteilen Regel und Ausnahme regelmäßig auf getrennte Veröffentlichungen desselben Tages. Für uns heißt das ab sofort: Bei Behördenmeldungen gehören der Tagesbericht und die gesamte Verfahrensakte mitgelesen, nicht nur die eine Verfügung, die verlinkt wird. Dazu passt, dass auch die entscheidende Antwort in der FAQ ganz unten stand — weiter unten als die Frage, die unsere These bestätigt hatte. Die Korrektur steht ab heute auch in der Ausgabe der vergangenen Woche.

DA 26-789 · 28.07.2026Änderungen gesperrtUpdates: mindestens bis 01.01.2029Korrektur nachgetragen
IN EIGENER SACHE QUELLEN: FCC PUBLIC NOTICE DA 26-789 (PRIMÄR) · DA 26-786 · FCC-FAQ

Kurz notiert

  • Eine deutsche Gegenstimme zur Fernsteuerung: Das Unternehmen microagi hält Teleoperation (ein Mensch steuert den Roboter aus der Ferne) für den schlechteren Weg und setzt stattdessen auf Menschen mit Kopfkameras, die Arbeitsabläufe aufzeichnen — Trainingsdaten also, statt Fernsteuerung im Betrieb. Es ist die einzige deutsche Stimme der Woche, die dem Modell widerspricht, das alle anderen gerade verkaufen.
  • Agile Robots kauft in Indien zu: Das Münchner Unternehmen übernimmt die Mehrheit am Systemintegrator XNG Automation in Bengaluru. Systemintegratoren fügen Roboter und Maschinen verschiedener Hersteller zu einsatzfertigen Anlagen zusammen. Das passt zum Bild der Vorwoche: Der Umsatz von Agile Robots kommt aus Roboterarmen und Automatisierung, nicht aus dem Agile ONE.
  • Persona AI meldet Humanoide in Südkorea — bestätigt hat das bislang nur der eigene Chef. Die einzige öffentliche Schweißvorführung des Unternehmens wurde von einem Ingenieur mit VR-Brille gesteuert.
  • 900.000 bewegte Produkte, Menschen an den Reglern: Avatar Robotics hat 6,5 Millionen Dollar eingesammelt und nennt sein Verfahren in der eigenen Mitteilung wörtlich ein „human-in-the-loop system” — ein System mit dem Menschen in der Schleife, also eines, bei dem ein Mensch mitsteuert.
  • Eine Gegenrechnung aus der Branche: Ein Wettbewerber rechnet öffentlich vor, warum sich humanoide Roboter für Lageraufgaben nicht rechnen. Der Beitrag ist ein Meinungsstück mit offenem Eigeninteresse, und die genannten Leistungszahlen sind unbelegte Behauptungen des Autors, zu denen er keinen Testaufbau nennt. Die dabei zitierten „mehreren hunderttausend Dollar” sind in Wahrheit rund 400.000 Dollar Gesamtkosten über fünf Jahre — kein Stückpreis. Die Zahl stammt aus einer Investorenfolie, auf der sie ausdrücklich als illustrativ gekennzeichnet ist.
  • NEURA Robotics hat diese Woche nichts veröffentlicht, was Nachrichtenwert hätte — keine Mitteilung, kein Video, nichts über die Presseverteiler. Veröffentlicht hat das Unternehmen nur auf LinkedIn: ein Erklärstück zum eigenen Trainingsprogramm und ein Video zur Mitarbeitersuche aus der Fertigung. Die Nachrichtenseite des Unternehmens blockiert automatisierte Abrufe; wir haben die Aussage deshalb auf drei unabhängigen Wegen abgesichert, statt sie zu vermuten.
  • Drei Forschungsarbeiten, alle ohne Begutachtung: ein Robotik-Sprachmodell aus dem XPeng-Umfeld (nur im Simulator gemessen), ein Verfahren von Alibabas Qwen-Team, das Videos aus der Ich-Perspektive in Trainingsdaten für Roboter übersetzt, und ein Vorabdruck, der zeigt, wie ein simples Störmuster am Greifer zwei bekannte frei verfügbare Modelle in der Simulation scheitern lässt. Alle drei sind Vorabdrucke: veröffentlicht, aber nicht von unabhängigen Fachleuten geprüft.

Zahl der Woche

219,23So viele Jahresgewinne zahlt, wer Unitree zum Ausgabepreis kauft. Der Durchschnitt der Branche, in die das Unternehmen amtlich einsortiert ist, liegt bei 38,56 — das 5,7-Fache also. Beide Zahlen stehen im selben Pflichtdokument, das Unitree veröffentlichen musste, weil seine Bewertung über dem Branchenschnitt liegt; dort steht auch der vorgeschriebene Satz, Anlegern könnten durch fallende Kurse Verluste entstehen. Wir bewerten das nicht — Börsenthemen führen wir als Faktenjournalismus, ohne Prognose. Aber die Zahl zeigt, was diese Woche gekauft wurde: nicht das, was die Maschinen heute können, sondern das, was sie einmal können sollen.

Was wir diese Woche nicht geschrieben haben

Acht Meldungen liefen uns über den Weg, die gut in die Woche gepasst hätten. Sie haben die Prüfung nicht bestanden. Wir nennen sie hier, weil andernorts womöglich das Gegenteil steht.

AUSSORTIERT8 MELDUNGEN
  • „Figure 03 klettert vollautonom eine Leiter."Das Video ist echt, das Datum nicht. Der Beitrag von Figure-Chef Brett Adcock stammt vom Samstag, 1. August, 15:30 Uhr UTC — zwei Tage vor unserem Zeitraum. Bestätigt haben wir das an der Kennung des Beitrags selbst, aus der sich der Zeitpunkt errechnen lässt. Dass heise, eWeek und Humanoids Daily ihn erst am 4. August aufgriffen, macht ihn nicht zur Nachricht dieser Woche. Für unsere Wochenthese wäre er der stärkste Gegenbeleg gewesen — genau deshalb haben wir zweimal hingesehen.
  • „Sunday Robotics faltet Wäsche mit 99,1 Prozent Erfolg."Dieselbe Falle. Die Zahl steht seit dem 17. Juli im Blog des Unternehmens, 17 Tage vor unserem Zeitraum. Sie sah nur deshalb wie eine Meldung dieser Woche aus, weil ein Nachrichtensammler — eine Seite, die fremde Meldungen bündelt und weiterreicht — sie am 4. August aufgriff.
  • „BYD zeigt seinen ersten Humanoiden."Auch das ist eine Juli-Meldung: Die kompletten Daten — 1,61 Meter, 58,5 Kilo, 31 Gelenke — hatte BYD bereits am 28. Juli einer Wirtschaftsagentur bestätigt, chinesische Medien veröffentlichten sie am 28. und 29. Juli. Die als Beleg angeführte Meldung vom 4. August ist eine Zweitverwertung. Eine eigene Mitteilung von BYD ist nicht auffindbar. Eine der drei angegebenen Belegquellen existiert unter ihrer Adresse gar nicht mehr. Und kein einziger Bericht aus dem Zeitraum dokumentiert die Vorstellung, die am 4. August stattgefunden haben soll.
  • „Das Kleingedruckte der FCC-Regel nennt eine 65-Prozent-Schwelle."Zwei Gründe. Erstens gab es kein Ereignis in dieser Woche — die Verfügung ist vom 28. Juli, neu waren nur zwei Anwaltsanalysen, und eine Analyse ist kein Ereignis. Zweitens trägt der Fund nicht: Die 65-Prozent-Schwelle steht im Volltext nicht beim Roboter-Eintrag, sondern eine Tabellenzeile darüber bei den Drohnen.
  • „Schaeffler hat 350 Millionen Euro Roboter-Aufträge von 45 Herstellern."Der Auftragsbestand stimmt, die Zuordnung nicht. Auf derselben Folie der Analystenpräsentation — der Präsentation, mit der Schaeffler Finanzanalysten die eigenen Zahlen erklärt — stehen zwei Angaben: 350 Millionen Euro von drei Herstellern — und rund 45 Hersteller, mit denen Schaeffler im Gespräch ist. Die beiden Zahlen gehören nicht zusammen. Wir führen die korrigierte Fassung weiter oben in dieser Ausgabe.
  • „Schaeffler vereinbart 1.000 bis 2.000 Roboter bis 2032."Diese Zahl steht in keinem der vier Halbjahresdokumente — nicht in der Pressemitteilung, nicht im Zwischenbericht, nicht in der Analystenpräsentation, nicht im Gesprächsprotokoll. Die Jahreszahl 2032 kommt dort nur in einer anderen Rolle vor: als Termin, zu dem Anleihen zurückzuzahlen sind. Die Angabe gehört zu einem anderen, früheren Vorgang und wurde den Halbjahreszahlen nachträglich angehängt.
  • „Deutschland liegt bei Humanoid-Start-ups auf Rang fünf."Die Grafik erschien am 3. Februar 2026, ein halbes Jahr vor unserem Zeitraum. Am 4. August folgte nur ein kurzer Blog-Kommentar dazu — wieder das Datum des Weiterverbreiters statt das des Ereignisses.
  • „Unitree-Hardware im deutschen Handel: neue Preise."Eine eigene Preiserhebung auf undatierten Shop-Seiten ist kein Ereignis dieser Woche. Die Kernzahl hielt der Gegenprobe zudem nicht stand — sie verglich den Werkspreis der günstigsten Variante mit einem Händlerpreis, den es für genau diese Variante dort nicht gibt. Der Preisstand gehört in die Modellakte, nicht in die Rückschau.
Grundregel im Haus: Das Veröffentlichungsdatum eines Nachrichtensammlers ist kein Ereignisdatum. Eine Herstellerangabe ist kein Zählstand. Und eine Kapazität ist keine Bestellung.

Realität vs. Hype

REALITÄT
  • Jeder humanoide Einsatz, der in dieser Woche neu gemeldet wurde, lief mit einem Menschen an der Fernsteuerung — in Gütersloh, in Südkorea, in einem US-Lager, in San Francisco
  • Der größte Geldbetrag der Woche ging an Schweiß- und Schleifroboter ohne Menschengestalt — und auch dieser Betrag ist ein Rahmen, also eine Obergrenze, und keine abgerufene Bestellung
  • Xiaomis frei verfügbares Steuermodell für Roboter, das Kamerabild und Sprachbefehl in Bewegung übersetzt, löst auf der schwersten Testreihe weniger als jede siebte Aufgabe — Eigenmessung, ohne unabhängige Nachprüfung
  • Bei Nucleus Robotics in Gütersloh sind Handelsregistereintrag und Stammkapital von 1.000 Euro belegt. Kunde, Standort, Stückzahl und Stundensatz nicht
HYPE
  • „Unitree ist neun Milliarden wert": Es sind rund 61 Milliarden Yuan — die kursierenden Dollarwerte zwischen 8,5 und 9,0 Milliarden sind dieselbe Zahl mit verschiedenen Wechselkursen
  • „China nimmt Roboter von seinen Gegenmaßnahmen aus": Roboter werden nicht ausgenommen, sie kommen in der Bekanntmachung schlicht nicht vor. Das Paket regelt Drohnen
  • „Die Roboterbranche wehrt sich gegen die US-Regel": In der Verfahrensakte der US-Fernmeldebehörde stehen drei Eingaben von Privatpersonen aus einer Vorlagen-Kampagne. Kein Hersteller, kein Verband
  • „Schaeffler steigt in die humanoide Robotik ein": Der Satz dazu ist ein Rückblick ohne Zahl — im selben Konzern wird am selben Tag die Altersteilzeit ausgeweitet; erwartet werden rund 1.300 Annahmen des freiwilligen Angebots, kein neu beschlossener Stellenabbau

Das ändert sich im Radar

  • Unitree Robotics (Hersteller-Akte) — Börsengang am STAR Market: Ausgabepreis 150,80 Yuan, Kürzel 688836, Erlös aus der Ausgabe (Emissionsvolumen) rund 6,1 Mrd. Yuan, Wert des ganzen Unternehmens zum Ausgabepreis (Emissionsmarktkapitalisierung) rund 61 Mrd. Yuan, Zeichnung 10.08., Handelsstart amtlich offen. Dazu die Umsatzverschiebung: Humanoide erstmals 51,78 Prozent des Hauptgeschäfts (2023: 1,88 Prozent). Diese Anteile stehen im Börsenprospekt — Angabe des Unternehmens, kein geprüfter Zählstand
  • Unitree G1, R1, H2, Go2, B2 — Hinweiszeile: Der Hersteller ist ab sofort berichtspflichtig — mit dem Börsengang muss Unitree regelmäßig geprüfte Zahlen vorlegen; künftige Preis- und Verfügbarkeitsangaben lassen sich an diesen Pflichtveröffentlichungen prüfen
  • Agile Robots + Agile ONE — Mehrheitsübernahme von XNG Automation aus Bengaluru, einem Integrator, der Automatisierungsanlagen für andere Betriebe plant und einbaut. Das belegt die Ausrichtung auf Automatisierung
  • XPeng Iron + XPeng Robotics — neue Belegzeile: Schaeffler ist als Komponentenlieferant nominiert, Serienanlauf laut Analystenpräsentation für das vierte Quartal 2026 geplant. Als Zulieferer-Angabe kennzeichnen, nicht als Termin von XPeng
  • Apptronik Apollo, Agility Digit — Ergänzung zur Zulieferkette: Schaefflers Auftragsbestand von 350 Mio. € stammt von drei Herstellern, von denen nur XPeng benannt ist; die beiden anderen sind laut Vorstandschef US-Namen. Die Beteiligung an Agility Robotics bleibt der belegte Anknüpfungspunkt
  • NEURA 4NE-1 + 4NE-1 MiniPrüfauftrag für die Di/Do-Rotation: NEURA hat die Produktseite am 06.08. bearbeitet und die Zusage „Spring 2026” für den Mini stehen lassen — dieser Termin ist verstrichen. releaseEU und zuletztGeprueft gegen die Live-Seite prüfen. Die dort genannte Nutzlast-Spanne ist keiner Variante zugeordnet und braucht eine zweite Quelle
  • Weekly KW31 — Korrekturnotiz nachgetragen: Änderungen an bereits zugelassenen Geräten sind gesperrt, die Ausnahme für Software-Updates gilt mindestens bis 01.01.2029
  • KI-Roboter kaufen + Roboter für zuhause — Belegzeile zur Marktlage: Nach Schätzung von Smart Analytics Global entfallen über 85 Prozent der weltweiten Nachfrage auf China; für alle nicht-chinesischen Anbieter zusammen bleiben im Halbjahr unter 600 Einheiten
  • Methodik — neue Belegkategorie in Arbeit: behördliche Verfahrensakten. Die FCC-Eingaben dieser Woche standen in keinem Nachrichtenkanal, sondern nur in der Datenbank der Behörde

Was diese Woche wichtig wird

  • Unitrees erster Handelstag. Die Einzahlung war für den 12. August angesetzt. Ein amtliches Datum für den ersten Handelstag gibt es nicht: Die Bekanntmachung sagt ausdrücklich, dieser Termin werde gesondert mitgeteilt, und die Börse müsse ihm zustimmen. Das kursierende Fenster 17. bis 21. August führen wir deshalb nicht als Termin. Zweite offene Frage: Wofür Unitree die rund 1,9 Milliarden Yuan verwenden wird, die über die im Prospekt verplanten Vorhaben hinaus zusammengekommen sind.
  • Antworten aus Gütersloh. Unsere Anfrage an Nucleus Robotics läuft. Beantwortet werden müssten: Kunde, Standort, Stückzahl, eingesetzte Hardware, Stundensatz, Anteil der Fernsteuerung, Finanzierung. Ohne diese Angaben bleibt es eine Ankündigung mit nachprüfbarem Absender — kein Nachweis für einen Produktivbetrieb, also dafür, dass die Roboter beim Kunden regelmäßig bezahlte Arbeit leisten.
  • Die zweiten World Humanoid Robot Games vom 22. bis 26. August in Peking: 32 Wettbewerbe, und erstmals laufen alle 100-Meter-Läufe ohne Fernsteuerung. Das ist genau die Trennlinie, um die es in dieser Ausgabe geht — und der erste Termin, an dem sie öffentlich gemessen wird.
  • Die IFA am 5. September mit einer Roboter-Schau, an der unter anderem Unitree und Deep Robotics teilnehmen. Für den deutschen Handel der bislang konkreteste Termin des Jahres.
  • Peking hat weitere Schritte angekündigt, falls Washington nachlegt. Die nächste Bekanntmachung kann jederzeit kommen.

Quellen

Alle technischen Werte, Stückzahlen und Produktionsangaben sind Hersteller- bzw. Branchenangaben, soweit nicht anders gekennzeichnet. Währungsangaben in Yuan sind Originalwerte; Umrechnungen sind als solche gekennzeichnet. Bewertungen nach unserer Radar-Methodik.